<![CDATA[Informatiker in Peru]]>https://peru.larsbuddenberg.de/https://peru.larsbuddenberg.de/favicon.pngInformatiker in Peruhttps://peru.larsbuddenberg.de/Ghost 3.42Fri, 06 Dec 2024 18:59:44 GMT60<![CDATA[Homecomming]]>Ich bin jetzt seid einem Monat wieder zurück in Deutschland. Und in einem bin ich mir ganz sicher: Vor einem Jahr war das noch nicht so kalt hier! Abgesehen davon bin ich sehr erschrocken wie schnell ich mich wieder eingelebt habe. Aber alles zu seiner Zeit.

Die letzten Wochen in

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https://peru.larsbuddenberg.de/homecomming/61b4e39ced40340001a1f120Sat, 15 Jan 2022 12:06:24 GMT

Ich bin jetzt seid einem Monat wieder zurück in Deutschland. Und in einem bin ich mir ganz sicher: Vor einem Jahr war das noch nicht so kalt hier! Abgesehen davon bin ich sehr erschrocken wie schnell ich mich wieder eingelebt habe. Aber alles zu seiner Zeit.

Die letzten Wochen in Cashibo

Unser Abreisetermin rückte immer näher aber die letzte Zeit bis dahin konnte ich nochmal richtig genießen. Wir als Kurzzeitler hatten noch eine richtig gute und intensive Zeit miteinander.

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Ein unvollständiges Gruppenfoto im peruanischen Einkaufszentrum zur Weihnachtszeit

Ein großer Segen war auch, dass es genug geregnet hatte um nochmal in die Cocha zu springen. Die Regenzeit hatte bereits begonnen was den leicht nostalgischen Nebeneffekt hatte, dass ich die ersten Schimmelflecken auf meinen Sachen gefunden habe. Doch nochmal in die Coacha zu springen und schwimmen zu können war ein sehr schönes Abschiedsgeschenk.

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Die Cocha

Santa Teresita

Dem sehr nahegelegenem Dorf der indigenen Volksgruppe Shipibo einen Besuch abzustatten stand eigentlich schon seit einigen Monaten auf meiner Liste mit Dingen, dich ich unbedingt noch vor meiner Heimreise in Peru machen wollte. Aber besser spät als nie, gel?

‌Santa Teresita ist ca. 15 Minuten mit dem Boot von Cashibo entfernt (einmal über die Cocha), also eigentlich nur ein Katzensprung. Obwohl es so nah an der Stadt liegt sind die meisten Gebäude noch selbst gebaute Hütten aus Holz, Blättern und manchmal Wellblech. Einige Frauen gehen auch noch dem traditionellen Handwerk des Webens nach; Auch wenn sich die Beschaffung der Stoffe durch den Handel in Pucallpa etwas industrialisiert hat. Im Dorf gibt es auch Strom und die Kirche hat sogar eine Audioanlage für Mikrofone und Instrumente. Ich würde trotzdem sagen, dass dieser Ausflug mehr Einblick in das Leben in einem Dorf mit Indigenen bietet als mein Einsatz im eher städtische San Lorenzo. Ich bin jedenfalls sehr froh, dass dieser Ausflug noch möglich war.

Arbeitsabschluss

Auch von meiner Arbeit hieß es Abschied zu nehmen. Zu diesem Anlass hat das Plantel, Danilos Arbeitsbereich, der für die Instandhaltung des Geländes und Gebäuden verantwortlich ist, nochmal zum Abschiedsgrillen eingeladen.

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Die restliche Arbeit selbst hat sich eigentlich nur noch auf Nachwehen des vergangen Blitzschlages und Einweisungen beschränkt. Das heißt nicht, dass ich das Gefühl hatte ich wäre "fertig". Es gäbe noch so viele schöne Dinge die man hätte tun können. Zum Beispiel der Ausbau der neuen gemanagten WLAN Access Points oder eine für Organisationen geeignete Ablösung der Whatsapp Gruppen. Aber es hat zumindest alles funktioniert als ich gegangen bin.

Rückflug

Nach einem sehr emotionalen Abschied in Cashibo war es dann soweit: Die letzte Fahrt in Pucallpa zum Flughafen. Zusammen mit einigen anderen Missionarsfamilien, die für ihren Heimataufenthalt nach Europa mussten, hatten wir nun ein paar Tage Aufenthalt in Lima. Die peruanische Regierung hatte zwei Wochen vor unserem Flug noch eine weitere Regel aufgestellt: Auch für Inlandsflüge braucht man als nicht vollständig geimpfte Person einen PCR Test der nicht älter als 3 Tage ist. Unser Problem war jetzt nur, dass man in Pucallpa gar keinen PCR Test machen kann. Also sind wir vor dem Durchsetzen dieser Regel nach Lima geflogen und haben dort 4 Tage auf unseren Flug nach Deutschland gewartet. Dieser verlief bis auf einen kleinen Zwischenfall in der Dominikanischen Republik, Gott sei Dank, recht problemlos.

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Unser Flug nach Deutschland

Da wir 6 Stunden Aufenthalt in Punta Cana hatten und der Strand nur 10 Minuten mit dem Auto vom Flughafen entfernt war, wollten wir ursprünglich einen kleinen Abstecher ans Meer machen. Nur haben wir leider unerwartet unser Gepäck zurück bekommen und der Schalter unserer Fluggesellschaft sollte erst 3 Stunden vor Beginn unseres Fluges öffnen. An und für sich war es ein Segen, dass wir unser Gepäck überhaupt bemerkt haben, denn in Lima hat man uns versichert, dass das Gepäck direkt bis nach Deutschland gehen würde. Aber mit Koffer zum Strand war für uns nicht wirklich eine Option und 3 Stunden vor dem Flug noch los zu ziehen war dann doch ein bisschen Knapp.

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Der Flughafen in Punta Cana. Sieht aus wie der Eingang vom H²O

Wieder daheim

Die Ankunft in Frankfurt war dann wieder sehr emotional. Mein Vater und zwei Freunde warteten am Eingang und man ist sich mit Pippi in den Augen in die Arme gefallen.

🎶 Zuhauseeeee     bist immer nur Du 🎶‌‌
- AnnenMayKanterit

Als Papa und ich dann aus dem Flughafen raus auf die A5 abgebogen sind habe ich mich schon etwas erschrocken, wie normal es war mich im Auto mit meinem Vater zu unterhalten und auf blaue Schilder zu schauen. Nach einer Stunde hätte ich gefühlt auch nur 2 Wochen weg gewesen sein können. Das schnelle Einleben hat sich die nächsten Wochen auch so weiter gezogen. Das erste Wiedersehen mit meinen Freunden und Familie in Bünde war natürlich was Besonderes, aber fast alle Beziehungen sind wieder wie zu meiner Abreise, was sehr schön ist. Es passt nur nicht so zu dem wovor man mich beim "Re-Entry" gewarnt hat, denn die Welt dreht sich ja bekanntlich Zuhause weiter auch wenn man nicht da ist. Aber vielleicht ist das einfach ein Nebeneffekt von Corona. Was sich auf jeden Fall geändert hat, sind die Temperaturen. Ich bin mir sicher, dass es vor meiner Abreise noch nicht so kalt in Deutschland war!

Alles läuft Rückwärts

Die Nostalgie der letzten zwei Monate wurde sehr gestärkt durch die Tatsache, dass meine Abreise exakt meiner Anreise entsprach; nur Rückwärts. Das klingt jetzt vielleicht noch so überraschend. Aber es waren einfach die vielen kleinen Details: Cashibo ohne Studenten, die Regenzeit in Peru, der Aufenthalt im Gästehaus in Lima, die Weihnachtszeit in Deutschland und mein persönliches Umfeld Zuhause, dass sich kaum verändert hat. Selbst die Coronamaßnahmen waren fast identisch zu den meiner Abreise. All das lässt das letzte Jahr fast ein bisschen wie einen Traum wirken.

Man wird nicht zweimal vom Blitz getroffen

Normalerweise freue ich mich immer etwas aus Cashibo zu hören. Doch die Nachricht die ich kurz nach Neujahr bekommen habe war doch etwas frustrierend: Es gab wieder einen Blitzschlag. Genau an der gleichen Stelle wie vor zwei Monaten.

Dementsprechend ist auch wieder die Netzwerkkarte der Firewall, sowie zahlreiche andere Netzwerkgeräte kaputt. Nach einigen Tagen Fernwartung und Basteln über ein mehr oder weniger funktionierendes Mobilfunknetz ist die Station jetzt wieder stabil. Aber ich hätte mir an vielen Stellen die Mühe sparen können, z.B. den Serverschrank aufzuräumen und Geräte sauber zu befestigen. Aber man ahnt es ja nicht. Dafür hat mein temporärer Nachfolger wieder Aufgaben mit denen er üben kann.

Doch dann dachte ich nach über das, was ich erreicht hatte, und wie hart ich dafür arbeiten musste, und ich erkannte: Alles war letztendlich vergebens – als hätte ich versucht, den Wind einzufangen! Es gibt auf dieser Welt keinen bleibenden Gewinn.
- Prediger 2,  11

Der Einschlag vor zwei Monaten hat mir bei der Fernwartung aber sehr geholfen. Dadurch, dass der Schaden an der Netzwerk Infrastruktur fast identisch war wusste ich, ohne vor Ort zu sein, recht konkret was gemacht werden muss. Außerdem ist jetzt durch diese Aktion eine weitere Person für Digitale Krisen geschult bzw. kennt zumindest die Infrastruktur. Denn die eigentlich dafür vorgesehene Person war gerade im Urlaub.

Abschließende Gedanken

Der Vers aus Prediger 2 spiegelt zum Glück nicht meine Stimmung für das Jahr sondern nur die der vorhin genannten Situation wieder. Wenn ich das Jahr in einem Wort zusammenfassen müsste wäre es wohl Horizonterweiterung. Ich hatte mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu tun; von westlichen und südamerikanischen Missionaren über peruanische Händler zu indigenen Gemeindeleitern. Sicherlich mit dem einen mehr und dem Anderen weniger aber ich durfte von jedem eine neue Perspektive mitnehmen, sowohl geistlich als auch zu Lebensstil und ethischen Werten. Es ist sehr schwer das umfassend in Worte zu fassen, wenn eine Person in ihrem Denken so anders ist als man es als Europäer gewöhnt ist.

Ich habe aber eine konkrete Erkenntnis die ich teilen kann: Missionare sind auch nur Menschen. Sie übernehmen sicherlich eine besondere Aufgabe im Reich Gottes und gerade die Langzeitmissionare geben viel für die Arbeit auf, die sie tun. Aber sie sind genauso Menschen, mit ihren Fehlern und Päckchen, wie ich.

Danke

Rückblickend zu sehen wie Gott das Kurze Zeitfenster geöffnet hat, in dem Danilo und ich in das Land einreisen durften und wie er uns durch das Chaos und die Unsicherheit bei der Planung und Umsetzung unserer Rückreise geführt hat ist cool zu sehen. Und auch wenn ich geistlich vielleicht nicht so herausgefordert wurde wie ich mir das gerne gewünscht hätte, hatte ich eine unfassbar gute Zeit mit wunderbaren Menschen die ich sehr ins Herz geschlossen habe und durfte eine verantwortungsvolle Arbeit machen die mir viel Spaß gemacht hat. Ich bin einfach sehr dankbar, dass ich das Jahr 2021 in Cashibo verbringen durfte.

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Ich möchte an dieser Stelle nochmal jedem danken, der mich finanziell, im Gebet oder einfach durch ein ermutigendes Wort unterstützt hat. Zu wissen, dass man Menschen im Rücken hat die einen unterstützen gibt sehr viel Motivation und Kraft in schwierigen Momenten. Vielen Dank!

Und wie geht's jetzt weiter?

Momentan genieße ich noch mein Arbeitslosen Dasein und bin meistens mit organisatorischen Restarbeiten von meinem Einsatz beschäftigt. Voraussichtlich ab Februar werde ich meine Arbeit als regulärer Informatiker wieder aufnehmen.
Wo klärt sich in den kommenden Tagen.

Soweit ein vorerst letztes Mal von mir! Ich wünsche jedem der das ließt Gottes Segen und und besseres 2022. Vielleicht sieht man sich ja nochmal!

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<![CDATA[San Lorenzo]]>San Lorenzo liegt jetzt schon ein paar Wochen zurück. Wie im letzten Blog Post angekündigt möchte ich noch von meinem kleinen Einsatz berichten.

Video

Ich habe unterwegs etwas mehr als sonst aufgenommen und im Video erzählt, wie die Reise so verlaufen ist. Ich empfehle mal rein zu schauen, da ich

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https://peru.larsbuddenberg.de/san-lorenzo/61b3ad9992abd30001f5da21Sun, 12 Dec 2021 21:35:46 GMT

San Lorenzo liegt jetzt schon ein paar Wochen zurück. Wie im letzten Blog Post angekündigt möchte ich noch von meinem kleinen Einsatz berichten.

Video

Ich habe unterwegs etwas mehr als sonst aufgenommen und im Video erzählt, wie die Reise so verlaufen ist. Ich empfehle mal rein zu schauen, da ich nicht alles daraus hier im Post erwähne.

Das Projekt

Der Grund für meinen Einsatz in San Lorenzo war das Installieren eines eigenen Internet Anschlusses für Miriam, eine Missionarin die ein Projekt leitet, welches die Bibel in Achuar übersetzt. Der aktuelle Stand war, dass für das Übersetzungsprojekt ein Raum gemietet war in dem die Übersetzer bisher gearbeitet haben. Doch da es immer wieder Probleme mit dem Vermieter und der Zuverlässigkeit von Strom und Internet gab (zusätzlich zu den ohnehin häufigen Ausfällen in San Lorenzo) hat man entschieden, dass die Übersetzungsarbeit nach der Renovierung in Miriams Wohnung verlegt werden soll. Denn sich selbst um diese Teile der Infrastruktur zu kümmern ist deutlich weniger Zeitaufwändig als regelmäßig dem Vermieter hinterher zu rennen. Außerdem braucht sie ja ohnehin Strom und Internet Zuhause.

Die Umsetzung

Als ich dann vor Ort war und etwas ausgekundschaftet habe welche Möglichkeiten es gibt sich in San Lorenzo mit dem Internet zu verbinden hat sich folgendes herauskristallisiert:

  • Eine Internetverbindung per Richtfunk, ähnlich wie wir es auf dem Cashibo Gelände machen, ist momentan das einzige, was bezahlbar und schnell genug ist um damit zu arbeiten
  • San Lorenzo ist gerade dabei Glasfaser auszubauen und es sollte wohl wenigen Wochen zur Verfügung stehen. Bis dahin bin ich aber bereits wieder in Deutschland
San Lorenzo
Techniker die in San Lorenzo Glasfaser ausbauen. Warum die Frau so böse guckt weiß ich auch nicht so genau...

Da Miriam in ihrer Wohnung bereits Internet über ihre Nachbarn aus dem gleichen Gebäude bezieht, dass theoretisch genauso gut war wie das Internet von ihrem Vermieter (beides die besagte Richtfunkverbindung) haben Miriam und ich beschlossen es sei das Beste aus der aktuellen Installation nochmal alles raus zu holen und mittelfristig auf den Glasfaseranschluss zu warten. Miriam war vorher nur per WLAN Repeater mit dem Router der Nachbarfamilie verbunden. Diese Verbindung durch ein Kabel zu ersetzen hat definitiv geholfen die Stabilität der Verbindung zu erhöhen. Anschließend habe ich noch ein paar Vorbereitungen getroffen damit sie nur ein Kabel tauschen muss wenn der Glasfaseranschluss kommt.

San Lorenzo
Der WLAN Router im Wohnzimmer der Nachbarfamilie. Das Schwarze Kabel fürt zur Richtfunkantenne und das graue nach oben in die Wohnung von Miriam. Ist hoffentlich nur ein Provisorium.

Und zuletzt habe ich noch ein Brett an die Wand geschraubt, was sehr zu Unterhaltung von den Jhilver und den anderen Arbeitern beigetragen hat und viel länger gedauert hat als es sollte (ich bin Handwerklich nicht sonderlich begabt).

San Lorenzo
Das Brett und Miriams WLAN Router

Rückblick

Abgesehen von Kleinigkeiten die ich Miriam noch an ihrem Laptop geholfen habe war das eigentlich auch alles was ich in den knapp 6 Tagen in San Lorenzo gemacht habe. Es ist schon ein wenig frustrierend, dass man in Peru und vor allem in San Lorenzo für einfach alles mehr Zeit braucht als man es als Europäer gewohnt ist. Das gilt vor allem für Besorgungen und Einkäufe. Und dass ich die Sprache nicht gut spreche beschleunigt natürlich auch nichts.

Würde ich es wieder machen?
Ja! Auch wenn es natürlich befriedigender gewesen wäre Miriams Wohnung mit einem Glasfaser Anschluss zu hinterlassen konnte ich Miriam einiges an Arbeit und Nerven abnehmen. Und die Erfahrung, mal nicht touristisch sondern eher wie Einheimische zu reisen war sehr bereichernd. Auch mit Raul, einem der Übersetzer, in einem "Haus" zu schlafen war definitiv eine Horizonterweiterung. Nur dass ich mein Handy schon wieder verloren habe ärgert immer noch.

San Lorenzo
Das Gelände auf dem die Übersetzer wohnen. Das vordere Haus ist von Raul.

Ich bin jedenfalls sehr dankbar, dass die Möglichkeit hatte diese Reise anzutreten; aber auch froh wieder heil in Cashibo angekommen zu sein.

Zu meinen letzten Wochen in Cashibo schreibe ich die Tage noch was. Vorweg: Danilo und ich stehen kurz vor unserer Abreise aus Peru. Wir sitzen gerade wieder im Gästehaus in Lima und werden am Dienstag (14. Dezember) unsere Heimreise Antreten.

Gebetsanliegen

  • Bitte betet, dass unser Covid Test negativ wird.
  • Bitte betet, dass wir und die anderen Missionare trotz verschärfter Regelungen Peru ohne Probleme verlassen und in unser Heimatland einreisen können.
  • Gott sei Dank, dass wir trotz der sehr unstätigen Verschärfungen für Ungeimpfte nach Lima reisen konnten.
San Lorenzo
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<![CDATA[Endspurt]]>San Lorenzo ist wohl das Highlight der letzten Wochen. Aber meine Reise hat sich etwas verzögert und in Cashibo ist auch noch so einiges passiert! Daher werde ich für San Lorenzo in Kürze einen eigenen Post machen.

Die Arbeit

Insgesamt geht es immer mehr und mehr um das Thema Abschluss.

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https://peru.larsbuddenberg.de/endspurt/61957c1a13b51700016e598eSun, 28 Nov 2021 19:15:26 GMT

San Lorenzo ist wohl das Highlight der letzten Wochen. Aber meine Reise hat sich etwas verzögert und in Cashibo ist auch noch so einiges passiert! Daher werde ich für San Lorenzo in Kürze einen eigenen Post machen.

Die Arbeit

Insgesamt geht es immer mehr und mehr um das Thema Abschluss. Ich habe regelmäßig Schulungen für Personen die die Verantwortung für die IT nach mir übernehmen. Ein richtiger Nachfolger hat sich leider (noch) nicht gefunden aber es gibt jetzt zumindest Leute, die kaputte Antennen und WLAN Access Points austauschen können und den Verantwortungsbereich IT temporär übernehmen.

Neue Firewall

Eines der Projekte auf die ich mich sehr gefreut habe ist die neue Firewall. Da Anfang November Familie Diehl in Cashibo ankam und die Netzwerkkarten mitgebracht haben, die ich in Deutschland bestellt hatte, konnte ich endlich loslegen.

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Der Grund für die neue Firewall ist unter Anderem, dass das alte Gerät etwas schwach auf der Brust ist. Vor allem die Kommunikation zwischen Computern in unterschiedlichen Netzen ist mit der neuen Firewall deutlich schneller.

Endspurt
Die alte Firewall

Ein anderer Grund ist, dass die alte Firewall ein Gerät war, das man nicht reparieren kann, denn alle Bauteile sind auf der Hauptplatine verlötet. Und ich wollte den Serverschrank gerne so hinterlassen, dass man möglichst alles einfach reparieren kann, idealerweise mit Ersatzteilen die es in Pucallpa zu kaufen gibt. Für Teile die man hier nicht kaufen kann (z.B. die Netzwerkkarte) gibt ein Ersatzteil hier auf Lager. Leider war das früher nötig, als ich gehofft habe.

Blitzschlag

Am 9. November ist es tatsächlich passiert. Während Danilo und ich in unsere Pause damit beschäftigt waren uns etwas zu Essen zuzubereiten knallt es einmal Laut und das Licht geht aus. Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei einem Gewitter im Dschungel mal die Sicherung raus fliegt, doch als dann nach einer Stunde zwar der Strom wieder da war aber das Internet nicht mehr funktionierte überkamen mich schon böse Vorahnungen.

Tatsächlich sind bei dem Unwetter nicht nur einige Antennen der Häuser kaputt gegangen, sondern auch 2 Computer aus dem Büro, diverse WLAN Access Points, die Netzwerkkarte der neuen Firewall die gerade mal 2 Wochen in Betrieb war, der große Hauptswitch den ich im März aus Deutschland habe ein fliegen lassen und beide Antennen für die Internetverbindung nach Pucallpa.

Dementsprechend beschäftigt war ich also in der Woche vor meiner Reise nach San Lorenzo das Internet und interne Netzwerk wieder zum laufen zu bringen. Der Vorteil war, dass mein Nachfolger viel mit mir üben konnte, was bei welchem Gerät gemacht werden muss, wenn es kaputt geht. Trotzdem ist das Ganze sehr ärgerlich. Durch den Blitzschlag ist ein Sachschaden von über 1500€ entstanden. Aber wir können Gott auch dankbar sein, dass niemand durch einen so nahen Blitzeinschlag verletzt wurde.

Schlachten

Etwas was ich eigentlich schon viel früher gemacht haben wollte war beim Schlachten zuzusehen. Cashibo hat seine eigene Viehzucht und man kann seine Fleischbestellungen in einer Liste eintragen. Sobald die Liste voll genug ist wird geschlachtet. Wenn man möchte kann man nach Anmeldung mit dabei sein und sich das Spektakel mit ansehen. Die Tatsache, dass es um 5 Uhr morgens los geht hat mich jedoch immer etwas abgeschreckt; bis jetzt! Als sich die neuen anderen Kurzzeitler für einen Termin verabredet haben war das dann meine Gelegenheit.

Endspurt
David, Chef der Viehzucht in Cashibo.

Für mich war es das erste mal, dass ich bei einer Schlachtung dabei war. Dementsprechend überrascht war ich als David Joschi, einem der anderen Kurzzeitler, und mir ein Messer reichte und auf den ausgebluteten Kadaver der frisch erlegten Kuh deutete.

Das Schlachten in Peru ist leider nicht so "human" wie in Deutschland. Z.B. wird zum Betäuben kein Bolzen benutzt sondern man sticht der angebunden Kuh mit einem Messer in den Nacken um den Nerv zu durchtrennen damit das Tier zusammensackt und sich nicht mehr bewegen kann. Sterben tut es dann durch einige Messerstiche ins Herz was gleichzeitig auch zum Ausbluten dient. Als Europäer kommen einem dabei direkt Fragen auf wie:
"So teuer kann ein Bolzen zum betäuben doch nicht sein?!" oder "Wie kann man ein Tier nur so quälen?!"

Dazu muss man erwähnen, dass das Leben eines Tieres in der peruanischen (und soweit ich beurteilen kann in den meisten südamerikanischen Kulturen) einfach nicht den gleichen Wert hat wie in Europa. Und es bedarf einfach einer Menge Fingerspitzengefühl zu entscheiden wo man Menschen auf, aus europäischer Sicht, "schlechte Eigenschaften" in ihrer Kultur hinweist, weil es immer etwas ist was die Beziehung belastet, besonders in Schamkulturen. Und die Beziehung auf Augenhöhe ist essenziell für die Arbeit auf einer Missionsstation wie Cashibo.
Es lässt sich sicherlich darüber streiten ob es die Belastung der Beziehung zu Gunsten des angenehmeren Tötens wert ist. Aber ich glaube als Außenstehender oder selbst als Kurzzeitler, wie ich, kann man diese Entscheidung nicht richtig abwägen.

Als letzte Anmerkung: Die Tiere in Cashibo haben ein deutlich angenehmeres Leben auf den Weiden als die meisten Rinder die in Deutschland aus der Massentierhaltung auf dem Teller landen.

Offiziell angekommen

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Nach gerade mal 9 Monaten habe ich doch tatsächlich meine offizielle Aufenthaltsbestätigung (Carnet) bekommen. Ich habe sie zwar zum Arbeiten nicht unbedingt gebraucht aber spätestens zum Ausreisen ist es hilfreich sie zu haben. Außerdem ist es irgendwie cool ein richtiges Ausweisdokument aus Peru zu haben. :]

Abschluss des Bibelschulblock

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Ich, David, Danilo und Joschi nach dem Abschlussgottesdienst

Die Studenten sind mittlerweile alle wieder Zuhause. Die Exame sind durch und es gab einen gemeinsamen Abschlussgottesdienst. Diesen haben wir noch genutzt um mit David, einem Student aus der indigenen Volksgruppe der Junikuin, ein Foto zu machen. Mit ihm haben wir (bzw. ich eher gegen Ende des Blocks) viel Volleyball gespielt.

Neuer Termin - Neuer Flug

Peru hat vor wenigen Wochen bekannt gegeben, dass ab dem 15. Dezember 1G gilt. Es ist noch nicht genau definiert welche Einschränkungen für nicht Geimpfte geben wird aber es gibt eine reelle Chance, dass man ungeimpft keine Flughäfen mehr betreten darf. Da es für Danilo und mich praktisch unmöglich ist sich bis zu diesem Datum zweifach Impfen zu lassen, noch dazu mit einem Impfstoff, der in Deutschland zugelassen ist, mussten wir unseren Flug umbuchen. Daher werden wir bereits am 14. Dezember Peru verlassen und am 15. Dezember in Frankfurt a. M. landen.

Das einzige Problem ist, dass wir jetzt nur einen Koffer mit 20 Kilo mitnehmen dürfen, statt wie bei der Einreise zwei Koffer mit 23 Kilo. Da muss ich noch schauen, wie ich meine Sachen nachholen kann.

Eindrücke und Fotos

Hier sind einfach noch ein paar Fotos und Eindrücker aus Pucallpa und der Selva.

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Es gibt sogar ein Stadion in Pucallpa.
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Wir Kurzzeitler auf einem Ausflug.

Abschließende Gedanken

Es fühlt sich komisch an, seit die Studenten wieder weg sind. Cashibo ist wieder leerer, die Regenzeit beginnt langsam wieder und es gibt wieder die Termine, für die Zeit außerhalb des Blocks. Vieles ist wieder wie in unseren ersten Wochen. Für mich mischt sich gerade Nostalgie sowie Wehmut darüber, dass meine Zeit in Cashibo schon sehr bald vorbei sein wird. Vor allem die Menschen die ich hier kennenlernen durfte und sehr ins Herz geschlossen habe zurück zulassen ist hart.

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Aber ich freue mich auch schon auf vieles in Deutschland. Zum Beispiel meine Familie und Freunde wiederzusehen. Aber auch auf so banales wie Döner oder etwas im Internet bestellen zu können.

Gebetsanliegen

Vielen Dank an alle die regelmäßig (oder unregelmäßig) für mich und meine Arbeit hier beten. Gerne dürft ihr das für meine letzten Wochen hier in Cashibo weiterhin tun!

Gott sei Dank,

  • dass die Reise nach San Lorenzo möglich war und ich dort viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln durfte
  • dass es keinen Coronafall während des Bibelschulblocks gab.
  • dass sich ein Flug gefunden hat mit dem wir dieses Jahr noch zurück nach Deutschland kommen
  • für die Gute Gemeinschaft die wir als Kurzzeitler haben durften

Betet gerne dafür,

  • dass wir mit negativem Coronatest Peru planmäßig verlassen können
  • dass ich meine Arbeit in Cashibo gut abschließen kann und es keine schweren Ausfälle in Cashibo gibt nachdem ich Cashibo verlassen habe
  • dass ich eine Möglichkeit finde meinen zweiten Koffer nachkommen zu lassen
  • dass sich ein Nachfolger für meine Arbeit findet

Update vom 29.11.2021 02:00 Uhr: Die Regeln zu 1G in Peru sind noch nicht klar definiert. Das habe entsprechend korrigiert!

Endspurt
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<![CDATA[Cashibo Highlife]]>Ich würde sagen ich durchlebe gerade einen Höhepunkt in meinem Aufenthalt in Cashibo. Mein "Job" läuft gut, wir Kurzzeitler haben eine klasse Gemeinschaft und ich habe seit Monaten keinen Schimmel mehr an meinen Sachen. Zwar ist es eigentlich noch zu früh melancholisch zu werden aber mir fallen momentan sehr die

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https://peru.larsbuddenberg.de/cashibo-highlife/615cf8c376d01e00011236c1Fri, 15 Oct 2021 12:32:36 GMT

Ich würde sagen ich durchlebe gerade einen Höhepunkt in meinem Aufenthalt in Cashibo. Mein "Job" läuft gut, wir Kurzzeitler haben eine klasse Gemeinschaft und ich habe seit Monaten keinen Schimmel mehr an meinen Sachen. Zwar ist es eigentlich noch zu früh melancholisch zu werden aber mir fallen momentan sehr die kleinen Dinge auf, die ich sehr vermissen werde wenn ich wieder Zuhause bin.

Aber bis es soweit ist, hier das Neuste aus Cashibo!

Cashibo Highlife
Die Aussicht auf das in Sonnenlicht getauchte Grün, dass wir fast jeden Morgen beim Frühstück haben.

Arbeit

Ich liebe meine Arbeit. Bis zu meiner Abreise stehen noch ein paar sehr coole Projekte auf der Agenda auf die ich mich sehr freue. Aber es geht auch langsam daran meine Abreise vorzubereiten. Momentan sieht es immer noch so aus, als würde ich ohne Nachfolger Cashibo verlassen. Ich hätte eigentlich eine menge Spaß daran gehabt noch jemanden einzuarbeiten weil Das Netzwerk auf der Station eigentlich ziemlich cool ist um Netzwerktechnik zu lernen.

Cashibo Highlife

Neue WiFi Access Points

Das ist definitiv in der Top 3 meiner Lieblingsprojekte. Bisher war es so, dass als Access Points billige TP-Link Router verwendet wurden die für alle 40+ Gebäude mit Internetzugang manuell eingestellt wurden wofür man im WLAN des entsprechenden Hauses eingeloggt, also vor Ort, sein musste.

"Wifi Access Point"
Ein Gerät das ein WLAN Signal sendet, das von Handys und Laptops etc. empfangen werden kann um sich mit einem Netzwerk oder dem Internet zu verbinden.

Vor kurzem habe ich aber herausgefunden, dass manche Läden in der Stadt auch Omada kompatible Geräte verkaufen. Omada ist der Name der Verwaltungssoftware von TP-Link die kostenlos vom Hersteller zur Verfügung gestellt wird. Das sind Access Points die für Unternehmen gedacht sind und das großartige Feature haben sich zentral konfigurieren und warten zu lassen. Das heißt ich kann mit einem klick z.B. das WLAN Passwort für alle Access Points ändern oder ein Gäste WLAN hinzufügen.

Cashibo Highlife
Omada, die Verwaltungssoftware für die Access Points

Nach einem Gespräch mit der Feldleitung habe ich jetzt die "Freigabe" Omada Access Points für alle öffentlichen Häuser in Cashibo zu kaufen und zu installieren.

Informatikunterricht

Man hat mir zwar angekündigt, dass diese Aufgabe auf mich zukommen könnte, aber ich habe nicht mehr damit gerechnet. Informatiker Unterricht für Indigene. Okay es waren nur zwei Nachmittage und auch nur zur Vertretung. Nichtsdestotrotz war das eine sehr intensive Erfahrung mit meinem Spanisch indigenen Menschen den Umgang mit Computern und dem Internet zu erklären, die zum Teil das erste mal in ihrem Leben ein Laptop benutzen.

Cashibo Highlife
Mein "Klassenraum"

Auch war der Lernstand meiner Schüler sehr unterschiedlich. Während einige bereits in der Lage waren eigenständig Youtube Videos aufzurufen habe ich anderen erklären müssen, dass die Maus nur funktioniert wenn sie eine Oberfläche wie einen Tisch unter sich hat. Dazu kam noch, dass ein Teilnehmer blind war und sein Laptop nur über die Sprachsteuerung nutzen konnte.
Mein Vorhaben gemeinsam ein E-Mail Konto zu eröffnen und sich gegenseitig E-Mails zu schicken hat sich zu einer dementsprechend großen Herausforderung entpuppt die aber alle am ersten Nachmittag (mit intensiver Hilfestellungen) bestanden haben. Am zweiten Nachmittag haben wir uns Online Karten wie Google Maps und OpenStreepMaps angesehen.

Selbst die Konferenzwoche mit der Kinderfreizeit hat nicht annähernd so viele Nerven gekostet wie diese zwei Tage Unterricht. Aber ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung vor allem, weil ich sonst recht wenig Kontakt zu Schülern der Ibiena (Bibelschule) habe.

Alltag in Cashibo

Was vor zwei Monaten noch alles ganz neu war ist mittlerweile Alltag geworden. Wir Kurzzeitler verstehen uns prächtig und verbringen eine Menge Zeit miteinander.

Einsatz in San Lorenzo

So wie es aussieht werde ich das Privileg haben Anfang November eine Woche in San Lorenzo zu verbringen. Das ist eine Stadt in einem Teil Perus in dem es viele kleinere Dörfer gibt in denen indigene Menschen leben. Diese Gegend zählt als "erreicht" das heißt die Menschen dort haben regelmäßigen Kontakt zu größeren Städten wie z.B. Pucallpa. Auch gibt es vereinzelt Strom und selten sogar Internet.

Ich werde dort vor allem technischen Support für das Bibel Übersetzungsprojekt in Achuar leisten. Wie genau meine Unterkunft und Arbeit aussehen wird und andere Details erfahre ich noch, mehr dazu könnt ihr dann im kommenden Rundbrief lesen!

Nur so nebenbei..

Feuer

Es hat das erste mal ernstzunehmend Feuer in bzw. um Cashibo gegeben. Normalerweise entstehen in der Trockenzeit ab und zu mal Brände die gelöscht werden müssen, wenn sie der Missionsstation zu nahe kommen. Es ist Gott sei Dank nichts und niemand zu Schaden gekommen und Danilo, mein Mitbewohner, hat sich gefreut mit dem Löschanhänger für den Trecker ausrücken zu können.

Fotos von Pucallpa

Mir ist aufgefallen, dass ich relativ wenig Fotos aus der Stadt geschickt habe, deshalb hier ein paar Fotos aus dem 15 Kilometer von Cashibo entfernten Pucallpa, viel Spaß damit! :)

Gebetsanliegen

Vielen Dank an alle die regelmäßig (oder unregelmäßig) für mich und meine Arbeit hier beten. Das zu wissen ist sehr ermutigend und Kraft spendend!

Gott sei Dank,

  • dass ich durch die Reise nach San Lorenzo die Möglichkeit habe nochmal tiefer in die Kultur einer indigenen Volksgruppe einzutauchen
  • für den Spaß an meiner Arbeit und die Früchte die ich an ihr sehen darf
  • für die Gute Gemeinschaft die wir als Kurzzeitler haben dürfen

Betet gerne dafür,

  • dass die Studenten ein geistreichen Bibelschulblock haben werden in dem sie ihre Beziehung zu Jesus vertiefen können.
  • dass der Flug nach San Lorenzo problemlos verläuft und ich meine Fähigkeiten sinnvoll einsetzen kann
  • dass sich ein Nachfolger für meine Arbeit findet
Cashibo Highlife
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<![CDATA[Full House]]>Alles glänzt - so schön neu
- Peter Fox

Es ist viel passiert in den letzten zwei Monaten. Cashibo hat fast seinen "Normalzustand" wieder erreicht, es sind viele neue Menschen dazugekommen und wir haben wieder einen neuen Mitbewohner. Aber eins nach dem Anderen!

Die Arbeit

Ich, wie ich eine Antenne
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https://peru.larsbuddenberg.de/full-house/6110243c4348b10001cd7e29Fri, 27 Aug 2021 00:57:46 GMTAlles glänzt - so schön neu
- Peter FoxFull House

Es ist viel passiert in den letzten zwei Monaten. Cashibo hat fast seinen "Normalzustand" wieder erreicht, es sind viele neue Menschen dazugekommen und wir haben wieder einen neuen Mitbewohner. Aber eins nach dem Anderen!

Die Arbeit

Full House
Ich, wie ich eine Antenne tausche.

Fangen wir an mit dem, was sich quasi gar nicht verändert hat: Meine Arbeit. Kaputte Antennen tauschen, hier und da diverse kleinere Anwenderfehler Computerprobleme beheben und die Server mit Updates versorgen. Es ist gerade sehr angenehm in der Arbeit eine gewisse Routine zu haben. Es gab aber auch zwei etwas herausstechende Projekte.

Marta und Maria

Marta ist der Server der Misión Suiza. Den gab es schon als ich hier ankam. Sie war der Server für alles, vom Dateiserver bis zur Telefonsoftware. Das klingt jetzt wahrscheinlich professioneller als es eigentlich ist, denn die Marta ist eigentlich einfach ein normaler PC in einem Schrank; Aber dafür mit recht professioneller Software zur Verwaltung virtueller Server.

Full House
Der Serverschrank mit Maria und Marta im untersten Fach

Neu ist jetzt die Maria. Maria übernimmt von nun an die Rolle des Dateiservers. Vorher lief der Dateiserver in einem virtuellen Linux Server. Daran ist grundsätzlich nichts falsch aber das ganze war nicht besonders leicht zu bedienen und noch umständlicher zu warten. Maria nutzt TrueNAS, ein Betriebssystem speziell für Dateiserver mit grafischer Oberfläche. Außerdem hat TrueNAS viele weitere nice-to-haves wie z.B. das Wiederherstellen von gelöschten oder alten Dateien durch den Benutzer durch eine einfache Benutzeroberfläche.

Full House
Die Oberfläche von TrueNAS

Zudem macht die Maria nun auch Backups auf einen Server von Indicamino in der Schweiz. Also selbst wenn hier mal alles Abbrennt, es geht nichts verloren!

Praktische Informatik

Das zweite Projekt war eher körperlicher Natur. Ein Zweifamilienhaus, das komplett von Pflanzen und Bäumen umringt war hatte eine sehr schlechte Verbindung zur Sendeantenne auf dem Turm. Damit diese Familien jedoch von Zuhause aus Zoom die Videokonferenzplattform ihres Vertrauens nutzen können, musste die Antenne also etwas weiter vom Haus angebracht werden. In diesem Fall bei den Nachbarn.

🎶 Männer haben Muskeln - Männer sind furchtbar Stark 🎶
- Herbert Grönemeier

Die Leitung für die Antenne wurde unterirdisch in Rohre verlegt um sie vor Sonne und Bäumen zu schützen. Für das Ausheben des dafür benötigten Grabens stand mir zum Glück eine special Task Force aus meinem Mitbewohner Danilo, Jinel (Danilos Kollegen aus der Schreinerei) und Adrian aus der KFZ-Werkstatt zur Verfügung.

Full House
Die special Task Force
Full House
Ein in einen Baum eingewachsenes LAN Kabel | Ein Grund mehr Kabel unterirdisch zu verlegen

Auch wenn es sehr erfrischend war mal einfach pure körperliche Arbeit zu machen habe ich doch folgendes gelernt:

Ich habe den mit Abstand besten Job in Cashibo!
-Lars Buddenberg

Ich habe großen Respekt vor den Menschen die hier jeden Tag bei dem Klima körperlich am Arbeiten sind (unter Anderen die Task Force). Dass IT der beste Job in Cashibo ist sehe ich komischerweise als einziger hier so. Ich habe die Vermutung, dass das daher kommt, dass hier viele mit ihren internetfähigen Endgeräten auf Kriegsfuß stehen, aber wer weiß...

(M|K)ein Nachfolger?!

Es ist eigentlich recht ungewöhnlich, dass ein Kurzzeitler allein für die gesamte digitale Infrastruktur in einem Werk wie Cashibo verantwortlich ist. Gerade wenn man die Größe betrachtet. Für mich persönlich ist das natürlich schon sehr cool so viel Freiheit und Verantwortung zu haben. Aber bei allem was ich tue, jede Antenne die ich konfiguriere, jeder Server den ich installiere und jede Software die ich einführe muss ich im Hinterkopf behalten, dass ab nächstem Jahr wahrscheinlich kein Informatiker die Wartung übernimmt. Wahrscheinlich.

Denn Indicamino bzw. Cashibo sucht gerade nach einem Nachfolger aber ITler sind so wie ich gehört habe im Missionsfeld eher Mangelware. Wenn Du jemanden kennst, der Interesse daran hat für ein Jahr (oder länger) im peruanischen Dschungel mit IT Arbeit am Reich Gottes zu bauen darfst Du gerne Kontakt mit mir aufnehmen!

Full House
Ich wie ich für das Foto so tue, als würde ich arbeiten.

Aushilfe im Kindergarten

Wenn ich mal nicht dafür sorge, dass Leute ihre Whatsapp Nachrichten lesen können helfe ich bei Bedarf auch mal im Kindergarten aus. Ist auch mal ganz witzig.

Full House

Cashibo ist voll

Full House
An der Cocha | Finde den Langzeitler..

Cashbio ist voll; Und zwar in jeder Hinsicht. Es ist momentan tatsächlich kein einziges Haus mehr frei, was sehr selten passiert. Nicht nur sind nun alle Missionare aus dem Heimataufenthalt wieder zurück. Es ist auch ein ganzer Schlag neuer Menschen auf Cashibo. Insgesamt sind 9 neue Kurzzeitler im letzten Monat hier angekommen. Die neuen und wir lernen uns zwar alle gerade noch irgendwie kennen aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir ganz gut miteinander klar kommen werden.

Unser neuer Mitbewohner

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Unser Haushalt beim Abendessen

Einer von ihnen, Thiemo, ist bei uns mit eingezogen, während Nathan Cashibo und somit unsere WG leider Anfang des Monats planmäßig verlassen hat. Auch wenn ich mir vorgenommen habe nicht zu sehr auf einen Kaffeetrinker in unserem Haushalt zu hoffen war ich doch etwas ernüchtert als, der stattlicher junger Mann aus der Schweiz, mir erzählte, dass er bisher eignetlich keinen Kaffee trinkt, odeя? Aber er hat in der letzten Woche einen Kaffee mitgetrunken, vielleicht wird das ja noch was!
Außerdem trinken die neun Mädels alle Kaffee, damit kann ich auch leben...

Die Studenten sind da

Full House
Cashibos Kirche nach einem Gottesdienst

Doch da ist noch was Anderes, was die Atmosphäre in Cashibo für mich stark verändert hat:
Der Bibelschulblock hat begonnen! Nach 3 Semestern findet nun der erste Unterricht seit Corona statt. Das hat offensichtlich die Konsequenz, dass auch Menschen hier sind, die an diesem Unterricht teilnehmen. Cashibo wimmelt; Tatsächlich ist das eigentlich der "Normalzustand", denn normalerweise nehmen die beiden Bibelschulblöcke die meiste Zeit des Jahres in Anspruch. "Normalerweise", denn z.B. mein Vorgänger und seine Frau, die 18 Monate hier waren haben nie Studenten in Cashibo miterlebt.

Auch wenn ich es zunächst nicht zugeben wollte, hatte ich doch einen kleinen nachträglichen Kultur-Shock. Das in Kombination mit all den neuen Leuten hat mir im letzten Monat doch etwas zu schaffen gemacht. Dabei habe ich in meinem Alltag gar nicht so viel mit den Studenten zu tun. Den meisten Kontakt hat man beim Volleyball spielen nach der Arbeit. Und ich bin sehr überrascht wie wie gut sie spielen können. Eigentlich sollte mich das nicht überraschen, schließlich gibt es in den Dörfern der Indigenen auch Volleybälle. Aber ich als Europäer erwische mich tortz Vorbereitung in Deutschland zu dem Thema immer wieder wie ich ungewollt Vorurteile zu den Indigenen habe. Gerade dafür ist es aber perfekt diesen Bibelschulblock jetzt mitzuerleben.

Schon wieder Urlaub!?

Emma, meine Schwester, ist mittlerweile wieder in Deutschland. Die letzten 10 Tage haben wir genutzt um nochmal ein bisschen zu Reisen. Wir waren in Arequipa und Cusco und haben eine Zwei-Tages-Tour durch den Colca Canyon gemacht. Den Urlaub groß auszuführen würde hier aber etwas den Rahmen sprengen aber ich habe ein paar Bilder mitgebracht!

Gebetsanliegen

Vielen Dank an alle die regelmäßig (oder unregelmäßig) für mich und meine Arbeit hier beten. Das zu wissen ist sehr ermutigend und Kraft spendend!

Gott sei Dank,

  • für den Spaß an meiner Arbeit die ich hier mache
  • für die neuen Kurzzeitler, und die neuen Freundschaften die gerade entstehen.

Betet gerne dafür,

  • dass die Studenten hier ein geistreichen Bibelschulblock haben werden in dem sie ihre Beziehung zu Jesus vertiefen können.
  • dass den Familienmitgliedern der Studenten, die nicht mit nach Cashibo kommen konnten nichts passiert.
  • dass sich ein Nachfolger für meine Arbeit findet.

Full House
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<![CDATA[Halbzeit]]>6 Monate ist es jetzt her, dass ich in Frankfurt in den Flieger gestiegen bin. Die erste Hälfte meiner Zeit hier ist einfach schon um. Ich bin sehr froh, dass Gott mich hier für ein ganzes Jahr hin berufen hat. Jetzt zu gehen, wo ich gerade erst sicher geworden bin

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https://peru.larsbuddenberg.de/halbzeit/60c121bd28a4e70001e9b2b5Mon, 05 Jul 2021 01:14:39 GMT

6 Monate ist es jetzt her, dass ich in Frankfurt in den Flieger gestiegen bin. Die erste Hälfte meiner Zeit hier ist einfach schon um. Ich bin sehr froh, dass Gott mich hier für ein ganzes Jahr hin berufen hat. Jetzt zu gehen, wo ich gerade erst sicher geworden bin im Umgang mit Einheimischen in der Stadt als auch in Cashibo. Abgesehen davon gibt es auch definitiv noch genug für mich zu tun.

Arbeit

Insgesamt waren die letzten Monate recht routiniert. Ein bisschen E-Mail Probleme hier ein wenig Netzwerkverkabelung dort; Alles wie immer halt.

Halbzeit
Die neue Verkabelung in unserem Haus.

Nur die Reparatur der unterirdisch verlegten Hauptkabelstrecke zwischen dem Antennenturm und dem Rechenzentrum alten Schrank mit der Firewall und dem Server stach aus den üblichen Aufgaben heraus. Zum Glück hat "der Neue" bei diesem Projekt mit ausgeholfen.

Halbzeit
Nathan und ich beim Kabelziehen.

Der "Neue"

Wir haben einen neuen Mitbewohner: Nathan. Sehr cooler Typ. Ich hatte mich schon seit einiger Zeit darauf gefreut endlich jemanden im Haushalt zu haben mit dem ich Kaffee trinken kann. Auch könnten Danilo und ich einen "Anker" zu unserer Sprache gut gebrauchen. Wir merken bereits, wie wir anfangen immer mehr Ausdrücke aus dem Schweizer deutsch zu übernehmen.

Mit dieser Erwartungshaltung war es dann zunächst etwas ernüchternd, als er mir mit schwäbischem Akzent erzählte, dass Kaffee nicht so sein Ding ischt. Trotzdem passt er gut in unseren Haushalt. Er hat wie Danilo und ich ebenfalls bis vor seinem Einsatz noch bei seinen Eltern gewohnt und hat ähnliche Ansprüche an Sauberkeit und Ordnung wie wir. Was will man mehr? :D

Urlaub

Ist halt Peru..
‌‌- Ein Langzeitmissionar

Wir "soltero" Kurzzeitler hatten Anfang Juni nochmal die Chance, einen kurzen Urlaub zu machen. Ein verlängertes Wochenende haben wir dazu genutzt in Tingo Maria, einem kleinen Ort nahe der Anden, ein Hotel zu buchen und die Gegend zu erkunden.

Halbzeit
Die Strecke nach Tingo Maria

Eins der Dinge die ich an diesem Land wirklich schätze ist die Spontanität. Unsere Vorbereitungen für den Urlaub sahen folgendermaßen aus:

  1. Hotel aussuchen und (per Whatsapp -_-) buchen
  2. Fertig!

Als Transportmittel diente uns ein Taxi, das wir am Tag unserer Abreise am Busbahnhof gefunden haben. Nach kurzem verhandeln um den Preis ging es dann auch direkt los. ‌‌Peru hat leider keine Autobahnen daher fuhren wir die gesamte Strecke über Landstraße.

Normalerweise kommt man zu dieser Jahreszeit (Trockenzeit) ganz gut durch. Kurz vor unserem Urlaub hat es jedoch viel geregnet was regelmäßig zu Erdrutschen führt.

Halbzeit

Es ist jedoch sehr spannend zu sehen wie die Peruaner damit umgehen. Nach nur kurzer Zeit haben sich Menschen gefunden, die angefangen haben den Weg frei zu räumen um es zumindest den Motorrädern zu ermöglichen zu passieren (im Gegenzug für ein paar Soles).

Die ganze Aktion gewann richtig an Dynamik als jemand plötzlich von irgendwo ein paar Schaufeln aufgetrieben hat. Es würde trotzdem einige Stunden dauern, bis die Straße wieder passierbar wäre.

Irgendwann später ist dann aber zum Glück doch ein Bagger aufgetaucht. Der die Straße dann recht zügig frei gemacht hat.

Halbzeit

Tingo Maria

Tingo Maria liegt immer noch im Regenwald ist aber bereits deutlich bergiger als Pucallpa. Daher ist der Ort vor allem für seine Wasserfälle berüchtigt, die wir uns natürlich angesehen haben. Zum Teil konnte man dort sogar baden.

Halbzeit
Da fehlt ein "i"
Halbzeit
Die Mototaxis sehen in Tingo Maria auf jeden Fall anders aus
Halbzeit
Zu viert in einem Mototaxi

Besuch aus Deutschland

Ende Juni ist meine Schwester in Pucallpa gelandet. Über die Tatsache, dass sie mich besucht wird sie hier in Cashibo für einen Monat im Kindergarten und kleineren Arbeiten helfen. Es schon etwas eigenartig nach 6 Monaten mal wieder ein Gesicht zu sehen, dass man sonst nur beim Videotelefonieren gesehen hat. Wobei das in diesen Zeit wohl keine besonders seltene Erfahrung ist..

Halbzeit
Meine Schwester Emma und ich

Auf jeden Fall freue ich mich sehr, dass sie jetzt bis Ende Juli hier ist!

Die Studenten kommen!

Im Juli ist es tatsächlich soweit: Die Bibelschüler kommen. Vielleicht hat es der ein oder andere aus den Augen verloren aber Cashibo ist vor allem eine Bibelschule und Ausbildungsstätte für Indigene. Mit Indigene ist die einheimische Urbevölkerung gemeint, die schon vor der Kolonialisierung Spaniens hier gelebt haben und eher für sich in Dörfern im Regenwald leben. Zum Großteil ohne Internet und oft auch ohne Strom.

Ich muss zugeben, dass ich das selbst das ein oder andere mal etwas aus dem Fokus verloren habe. Gefühlt war Cashibo für mich vor allem ein Ort an dem man mit Schweitzer Missionaren rumhängt.

Halbzeit
Hier in Cashibo wird es bald sehr viel voller sein

Ich bin sehr gespannt wie Cashibo mit den Bibelschülern sein wird. Schließlich werden dann eine Menge Männer und Frauen aus einheimischen Dörfern die teilweise nicht mal Internet haben hier wohnen und dem Alltag beiwohnen.

Die ersten Wochen, in denen die Studenten anreisen wird es ausgedehnte Quarantäne und verschärfte Maßnahmen geben. Auch wenn die Maßnahmen mich und meine Arbeit weniger betreffen bin ich trotzdem froh wenn die Quarantäne vorüber ist und ich die Indigenen kennenlernen kann.

Verwaltungssoftware der Bibelschule

Im letzten Rundbrief war das ja ein Gebetsanliegen von mir. Ich habe bis jetzt leider keine Passende Software "von der Stange" finden können. Ich habe jedoch auch etwas meine Einstellung dazu geändert. Ich meine, es funktioniert ja so, wie sie es gerade machen. Cashibo kann diesen Menschen das Wort Gottes auch ohne digitaler Verwaltung nach westlichem Standard erklären.

Dazu kommt, dass nach mir wohl niemand meinen Job in Vollzeit übernehmen wird. Daher ist es wohl sowieso weiser wenn ich die IT so unkompliziert hinterlasse wie möglich.

Gebetsanliegen

Vielen Dank an alle die regelmäßig (oder unregelmäßig) für mich und meine Arbeit hier beten. Das zu wissen ist sehr ermutigend und Kraft spendend!

Gott sei Dank,

  • dass der zweite Bibelschulblock statt finden kann.
  • dass Emma heil in Cashibo angekommen ist.
  • dass ich wieder Zeit für persönliche Zeit mit Gott habe

Betet gerne dafür,

  • dass die Anreise der Studenten reibungslos abläuft.
  • dass die politische Situation die Arbeit von Cashibo nicht negativ beeinträchtigt.
  • dass ich weise Entscheidungen treffe, was die Wahl von Software und Strukturierung des Netzwerks betrifft.

Soweit von mir!

Liebe Grüße aus Cashibo
Lars

Halbzeit
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<![CDATA[Eine Reise durch Peru]]>Kenn' die Gesichter, jedes Haus und jeden Laden;
Ich muss mal weg, kenn jede Taube hier beim Namen.
- Peter Fox

Wieder ist ein Monat vergangen. Es ist echt gruselig, wie schnell die Zeit hier vergeht. Also hier für euch das Neuste aus Cashibo / Peru. Viel Spaß!

Die Arbeit

Die

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https://peru.larsbuddenberg.de/eine-reise-durch-peru/608f274d79ca250001b969b8Tue, 11 May 2021 03:04:31 GMTKenn' die Gesichter, jedes Haus und jeden Laden;
Ich muss mal weg, kenn jede Taube hier beim Namen.
- Peter FoxEine Reise durch Peru

Wieder ist ein Monat vergangen. Es ist echt gruselig, wie schnell die Zeit hier vergeht. Also hier für euch das Neuste aus Cashibo / Peru. Viel Spaß!

Die Arbeit

Die Arbeit macht mir nach wie vor sehr große Freude. Die meiste Zeit bin ich gerade damit beschäftigt das WLAN Netz auf dem Platz am laufen zu halten. Ironischer weise machen die Kabel hier viel mehr Probleme als die Funkverbindung.

Die Kabelverbindung zwischen dem Turm mit den WLAN Sendeantennen und dem Server, bzw. der Firewall, sind mit "Bamba Kabeln" verlegt worden. Mit anderen Worten sie sind "Fake". Die Adern in dem Kabel sind nicht komplett aus Kupfer. Man kann sehen, dass sie ihre braune Farbe verlieren, wenn man mit dem Messer daran kratzt. Dementsprechend bin ich gerade damit beschäftigt die Kabel aus den Rohren zu ziehen und neue zu verlegen.

Eine Reise durch Peru
Ich wie ich super elegant Äste vor einer, am Baum aufgehängten, Antenne wegschneide.

Ansonsten bin ich auch gut damit beschäftigt Pflanzen daran zu hindern Empfänger Antennen zu verdecken und den Leuten vor Ort IT Support zu leisten.

Eine Reise durch Peru
Ein wilder Sysadmin in der Selva

Außerdem steht noch ein weiteres wichtiges Projekt vor der Tür: Eine Verwaltungssoftware für die Bibelschule. Da im Juli nach Corona das erste mal wieder ein Bibelschulblock stattfindet wird auch die Frage nach einem Verwaltungssystem der Bibelschule dringender. Momentan wird fast alles in Excel Tabellen gemacht, was so mäßig gut funktioniert.

Neues Laptop für die Arbeit

Seid dem ich hier bin, lag ein kaputtes und gänzlich in seine Einzelteile zerlegtes Laptop im IT-Büro welches Manu, mein Vorgänger, angefangen hat zu reparieren. Dabei handelte es sich um eine Spende von einer Missionarin, die mittlerweile ein neues Laptop hat. Manu hatte bereits ein Ersatzteil organisiert aber es nicht mehr geschafft das Laptop zusammen zu schrauben. Diesen Schritt konnte ich jetzt kürzlich erledigen und konnte dadurch das, etwas in die Jahre gekommene, IT-Laptop ablösen. Es ist einfach ein Geschenk, wenn man Ordentliche Hardware hat zum Arbeiten.

Handy verloren

Ein eher ärgerliches Ereignis ist, dass mir Anfang April mein Handy in einem Colectivo (Sammeltaxi) aus der Hosentasche gerutscht ist und das Fahrzeug leider nicht mit mir verlassen hat als ich vor der Missions Station ausgestiegen bin. Es war zwar schon 4 Jahre alt aber es hatte mir bis zum Ende gute Dienste geleistet. Es ärgert mich auch, dass ich mich so von dem Gerät trennen musste. Wäre es mir kaputt gegangen hätte ich vielleicht wenigstens eine spek­ta­ku­läre Geschichte dazu erzählen können.

Es ist leider sehr schwierig hier in Peru ein nach westlichem Standard "ordentliches" Smartphone zu bekommen. Und wenn es irgendwo angeboten wird, dann ist es ca. 20% teurer als in Deutschland. Daher habe ich momentan ein sehr günstiges Smartphone gekauft um zumindest etwas zu haben.

Urlaub

Im letzten Rundbrief habe ich geschrieben, dass für uns noch ein Termin nach Interpol aus stand. Diesen Termin haben wir im April sehr kurzfristig bekommen, das hieß, wir mussten nach Lima fliegen um dort den Termin wahrnehmen zu können. An dieser Stelle vielen Dank für eure Gebete, der Termin ist sehr reibungslos verlaufen!

Da wir nun als sowieso nach Lima fliegen mussten haben wir uns dazu entschieden im Anschluss direkt Urlaub zu machen, denn egal wo man in Peru hin fliegen will, man muss fast immer über Lima fliegen. Und so konnten wir uns das Geld für eine Flugstrecke sparen. Nach unserem Termin sind wir also mit dem Flugzeug nach Cusco geflogen einer touristischen Stadt in den Anden auf ~3500 Metern Höhe.

Eine Reise durch Peru
Eine Übersicht der Ort wo wir gewesen sind. Pucallpa und Lima sind ebenfalls zu sehen.

Von dort aus haben wir dann Ausflüge zum Machu Picchu und den Rainbow Mountains gemacht und eine Mehrtagestour nach Puerto Maldonado einer abgelegenen Stadt im südlichen Regenwald Perus.

Cusco

Die Stadt ist wirklich sehr schön. Auch wenn ich anscheinend unter der Höhenkrankheit leide, was sich vor allem in Kopfschmerzen und Schwindel zum Ausdruck gebracht hat, konnten Danilo und ich die Tage dort sehr genießen.

Machu Picchu

Der Machu Picchu stand von Anfang an ganz oben auf unsere Liste. Unter Anderem auch wegen Corona, denn wir hatten das ganze Gelände praktisch für uns allein. Vor Corona wurde die Ruine täglich von bis zu 6000 Menschen besucht. Trotz dieser enormen Menschenmassen gibt es aber keine Straße die von Cusco zum Machu Picchu führt. Wir mussten mit einem Kleinbus in das nächstliegende Dorf fahren und dort in einen Zug nach Aguas Calientes, einer ebenfalls sehr touristischen Kleinstadt am Machu Picchu, umsteigen.  

Als wir morgens passend zum Sonnenaufgang ankamen waren wir mit unserem Guide, den wir uns am Abend zuvor hatten auf schwatzen lassen, zu sechst! Es waren weniger Menschen dort als auf den Werbefotos, die wir zuvor gesehen haben. Einen Guide zu haben erwies sich später als überraschend bereichernd, denn es gab wenig Beschilderung oder Tafeln, die dort etwas erklären und so hätten wir in den meisten Fällen keine Ahnung gehabt, was wir uns da eigentlich gerade ansehen.

Außerdem konnte ich das Bild, welches vorher mein Titelbild auf dem Blog gewesen ist nun durch ein selbst gemachtes ersetzen! :]

Der Rainbow Mountain

Oder um den spanischen Namen zu benutzen: "Montaña de 7 colores". Ein ehemaliger Gletscher auf 5000 Meter Höhe, der durch klimatische Veränderungen nun unbedeckt ist und diese sehr schönen Farbmuster aufweist.

Wir haben in Cusco eine Tour inklusive Fahrt und Guide gebucht. Die letzten 500 Höhenmeter mussten wir aber selber gehen. Das hört sich einfacher an, als es war, denn auf 5000 Meter hat die Luft nur noch ca. die Hälfte des üblichen Sauerstoff Gehaltes. Als wir dann dementsprechend hechelnd oben ankamen war die Aussicht die Anstrengung aber definit wert.

Es waren auch etwas mehr Menschen dort als auf dem Machu Picchu. Neben zwei Alpacas haben wir auch Atilla (der Blonde Mann auf dem Foto) kennen gelernt. Ein Kanadier der gerade auf Weltreise ist.

Puerto Maldonado

Für den letzten Teil unserer Reise sind wir nochmal mit dem Nachtbus in den Regenwald gefahren. Puerto Maldonado ist die letzte Stadt vor dem Amazonas Regenwald. Im Prinzip ist die Stadt ein kleines Pucallpa. Nur ruhiger und viel touristischer.

Ich habe diesen Teil der Reise immer mit etwas gedämpfter Motivation entgegen gesehen, weil ich fand, dass ich in Cashibo durchaus genug von der Selva (Regenwald) mitbekomme. Aber touristische Angebote wie Kajak fahren, Piranhas fischen oder Kletterparks gibt es in Pucallpa nicht und im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir diesem Abstecher gemacht haben.

Ich habe dort tatsächlich auch meinen ersten Fisch gefangen; Mit einer Angel aus einem Besenstiel, etwas Garn und einer zu einem Haken geformten Stück Draht. Er war zwar nur sehr klein und wurde ohne groß nachzufragen von unserem Guide direkt zu Ködern verarbeitet aber trotzdem: Ich habe einen Piranha gefangen!

Meine Sachen, ihr Schimmel und ich

Als wir aus unserem Urlaub wieder nach Hause kamen habe ich mich schon russisch Roulette mit den Schubladen und Schränken spielen sehen, ob ich von einem Flaum begrüßt werde oder nicht. Es war aber fast alles gut geblieben.

Das schlimmste war mein Kulturbeutel aus Leder, der mir aber schon vor meinem Urlaub gesagt hat, dass er gerne in Cashibo bleiben würde:

Eine Reise durch Peru

Insgesamt komme ich aber viel besser mit dem Schimmel zurecht. Ich habe langsam die Kniffe raus, wie ich Dinge verstaue, damit sie nicht gammeln und wie ich es wieder sauber bekomme, wenn doch mal was anfängt zu vegetieren. Auch hier: Vielen Dank für eure Gebete zu dieser Thematik!

Lebe wohl Aragog

Etwas was wir nicht ganz auf dem Schirm hatten, als wir in unseren Urlaub aufgebrochen sind, ist dass unsere Hausspinne ja was zu fressen braucht. Wir hatten uns fälschlicherweise eingeredet, dass Aragog sich die Kakerlake, die wir für ihn ins Terrarium geworfen haben, vornehmen wird, wenn er nur genug Hunger hat. Aber die Tatsache, dass die Kakerlake größer war als Aragog hat ihn wohl etwas abgeschreckt. Oder Kraushaarvogelspinnen mögen keine Kakerlaken, wir sind uns da nicht so sicher.

Jedenfalls hat sich Aragog sehr merkwürdig verhalten, als wir wieder da waren. Er hat sehr viel gezappelt und manchmal einfach regungslos auf dem Rücken gelegen. Wir haben uns dann dazu entschieden ihn einfach frei zu lassen in der Hoffnung, dass er sich nochmal fasst. So Abschied zu nehmen ist auf jeden Fall angenehmer als ein Grab schaufeln zu müssen, was definitiv zu unangenehmen Fragen und wenig Verständnis seitens der Peruaner geführt hätte...

Gebetsanliegen

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an alle die regelmäßig an mich Denken und für mich beten! Das zu wissen gibt sehr viel Kraft und motiviert mich sehr!

Gott sei Dank,

  • dass der Termin bei Interpol reibungslos verlaufen ist.
  • dass Danilo und ich einen so genialen Urlaub haben konnten mit zu jeder Zeit perfektem Wetter.
  • für die Freude die ich an meiner Arbeit habe.
  • für das neue Arbeitslaptop.
  • für sehr gute Gemeinschaft unter uns Kurzzeitlern

Bete gerne dafür,

  • dass sich eine erschweingliche Software zur Verwaltung der Bibelschule findet.
  • dass der zweite Bibelschulblock nicht wieder gekippt werden muss (sei es durch Corona oder etwas anderes).
  • dass ich zwischen all der Arbeit und den Cashibo Terminen auch meine persönliche Beziehung mit Gott pfelgen kann und motiviert dazu bin.

Besondere Grüße an dieser Stelle an meine Gemeinde die Stadtmission Bünde!

Soweit von mir
Liebe Grüße aus Peru
Lars

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<![CDATA[Osterpost]]>Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!

Frohe Ostern! Ich dachte ich nutze die freien Tage vor Ostern um von mir hören zu lassen. Ich habe mir ursprünglich vorgenommen am ersten April einen Post zu veröffentlichen, dass ich vorhabe hier im peruanischen Regenwald zu bleiben, weil ich ein nettes

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https://peru.larsbuddenberg.de/osterpost/6066470b208bef0001b45308Sun, 04 Apr 2021 00:52:02 GMTDer Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!Osterpost

Frohe Ostern! Ich dachte ich nutze die freien Tage vor Ostern um von mir hören zu lassen. Ich habe mir ursprünglich vorgenommen am ersten April einen Post zu veröffentlichen, dass ich vorhabe hier im peruanischen Regenwald zu bleiben, weil ich ein nettes indigenes Mädchen kennen gelernt habe und ich mit ihr in ihrem Stamm leben werde.

Aber ich vermute, dass meine Mutter das wohl nicht so witzig gefunden hätte und es daher vielleicht so besser ist, dass ich es zeitlich nicht geschafft habe den Post gut vorzubereiten; Obwohl ich schon gutes Material hatte um meinem schelmischen Post die nötige Glaubwürdigkeit zu verleihen..

Osterpost
Foto von einem Kulturspiel im Forum Wiedenest

Die Arbeit

Die Arbeit die ich jetzt mache ist großartig und macht mir sehr viel Spaß! Die Einführung von Manu, meinem Vorgänger, ist nun vorbei und ich bin jetzt nicht nur Teil der IT, ich bin die IT. Manu geht den letzten Monat, den er und seine Frau Lena in Cashibo noch haben, seiner geheimen Leidenschaft nach: Elektrik. Somit habe ich jetzt den Verantwortungsbereich IT für mich allein. Die Freiheiten die das mit sich bringt sind zwar ziemlich cool, aber manchmal vermisse ich es mit jemandem über eine Idee zu quatschen und mir eine zweite Meinung zu holen. Natürlich muss ich für größere Änderungen oder Anschaffungen vorher mit der Feldleitung sprechen aber das ist freilich nicht das gleiche.

Meine erste persönliche Krise

Ich denke ich kann mittlerweile sagen, dass ich mich gut in den Alltag in Cashibo eingelebt habe. Ich gewöhne mich auch langsam daran, dass viele Dinge wie z.B. das Einkaufen oder der Umgang mit „modernen Medien“ anders ablaufen, als in Deutschland. Es gibt aber eine Sache, die mich hier besonders in den Wahnsinn treibt: Schimmel! Es ist einfach alles am gammeln!

Eines Samstagmorgens bin ich aufgewacht und hatte einen merkwürdig süßlich, muffigen Geruch in der Nase. Ich bemerkte auch schnell warum: Mein Kopfkissen hatte angefangen lustige kleine braune Punkte zu bekommen. Müde und genervt, um mein Ausschlafen gebracht worden zu sein, ging ich zur Kommode und greife nach meinem IKEA Kopfkissen, das ich von Zuhause mitgenommen habe. Doch selbst im Dämmerlicht erkannte ich, dass das Kissen irgendwie flauschiger ist, als zu dem Zeitpunkt in dem ich es dort abgelegt habe. Einen Moment starrte ich geistesabwesend auf das Kissen. Doch ich hatte noch ein Ass im Ärmel: Jahrelanges Vergessen von Kopfkissen (und anderen Schlafutensilien) auf Freizeiten und Zeltlagern musste ja irgendwann mal zu was gut sein und so wandte ich mich zum Kleiderschrank um meinem Pullover herauszunehmen, den ich schon oft als Kopfkissenersatz verwendet habe. Doch kaum war die Schranktür offen grinste mich ein Flaum auf dem Kleidungsstück meiner Begierde provokant an. Es kostete einige Kraft meinen leeren Blick von dem Schrankinneren abzuwenden und mit einer Mischung aus Entsetzen und Enttäuschung ließ ich meinen Blick im Zimmer umherschweifen, bis er schließlich im Wandregal an meinem Reisepass hängen blieb. Ein leises Wimmern kommt aus meinem Mund, denn ein grauer Film mit einzelnen dunklen Flecken überzog ihn. Ganz so, als versuchte der Schimmel meine Identität als Europäer und Erinnerungen an ein Biotop mit gemäßigter Luftfeuchtigkeit vollends auszulöschen um mich den Rest meines Lebens zu verfolgen. Kurz überlegte ich ob ich vielleicht nur träumte, aber das war leider nicht der Fall..

Osterpost
Mein schimmeliger Reisepass

Was die ganze Sache fast noch schlimmer machte war die Tatsache, dass mein Mitbewohner viel weniger Probleme mit Schimmel hat. Er musste nur einmal etwas Flaum von seinem Portmonee entfernen, während bei mir einfach alles weg schimmelt: Ein Gürtel, eine Jacke, ein Pullover, zwei Kopfkissen, mein Reisepass und sogar ich selbst. Wie sich herausstellt habe ich mir hier wohl einen Fußpilz auf den Zehennägeln eingefangen, den ich jetzt mit regelmäßigen Essigfußbädern bekämpfe.

Generell bin ich jetzt gegen den Schimmel in voller offensive! Die meisten Kleidungsstücke waren nach einer Wäsche wieder vom Schimmel befreit. Der Schimmel auf meinem Reisepass ließ sich mit einem Lappen gut abwischen und die Kopfkissen sind nach einer Behandlung mit Chlor wieder fleckenfrei.

Besuch beim "Putzer"

Osterpost

Die Anita, Langzeitmissionarin und Mutter von vier Kindern, die alle hier in Cashibo aufgewachsen sind, hat mir nicht nur die Kissen mit Chlor gewaschen sondern auch gleich den Hinweis wieso es überhaupt nötig war: Wenn ich abends duschen war sind meine Haare natürlich nicht bis zum Schlafen gehen trocken geworden und haben das Kissen angefeuchtet. Und bei der Luftfeuchtigkeit wird es zwischenzeitlich nicht trocken und fängt an zu schimmeln. Zufällig übt sie hobbymäßig auch das Handwerk der Friseurin aus und konnte mir wenige Tage später die Haare schneiden.

Ich muss sagen, dass ich mich rückblickend frage warum ich das nicht schon früher gemacht habe. Pflegeleicht, keine Haare im Abfluss und ich muss mir morgens nur einmal durchs Haar streichen und die Frisur passt. :D

Spanisch Erkenntnis des Tages

Eine Sache, über die ich sehr schmunzeln musste ist das spanische Wort espossa. Dieses Wort hat zwei Bedeutungen: Es kann zum einen mit Ehefrau oder aber mit Handschelle übersetzt werden.

Ich möchte an dieser Stelle bewusste davon absehen, dass zu kommentieren fand es aber doch irgendwo erwähnenswert. :]

Gebetsanliegen

Gerne dürft ihr für meinen Einsatz (weiter) beten. Konkret hätte ich gerade folgende Anliegen.

Gott sei Dank...

  • dass ich so viel Freude an meiner Arbeit haben darf.
  • dass die Gemeinschaft mit den anderen Kurzzeitlern auf der Station so gut ist!
  • für die Möglichkeit hier in Cashibo zusätzichen (günstigeren) Spanisch Unterricht nehmen zu können.

Bittet gerne für...

  • Standhaftigkeit meine Beziehung mit Jesus zu pflegen.
    Ich lerne gerade, dass nur weil man 24/7 im "Dienst" ist und es ständig geistliche Termine gibt, ich trotzdem meine persönliche Zeit mit Jesus brauche.
  • gutes Aufnahmevermögen beim Spanisch lernen. Ich kann mich zwar mittlerweile grob verständigen aber telefonieren ist noch arg schwierig.
  • Kraft und gute Ideen mit dem Schimmel klar zu kommen.

Soweit von mir.

Liebe Grüße aus Peru
Lars Buddenberg

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<![CDATA[Ein Monat Cashibo]]>Es ist jetzt ziemlich genau einen Monat her, das Danilo und ich in Cashibo angekommen sind. Ich denke das ist ein guter Zeitpunkt für ein Re­sü­mee der letzten Wochen.

Ein Schritt reicht, gleich tropft Schweiß vom Kinn.
- Peter Fox

Mein Spanisch hat mittlerweile eine gute Basis angenommen.

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https://peru.larsbuddenberg.de/ein-monat-cashibo/603ab8a21e160b00010c3b84Mon, 08 Mar 2021 18:23:30 GMT

Es ist jetzt ziemlich genau einen Monat her, das Danilo und ich in Cashibo angekommen sind. Ich denke das ist ein guter Zeitpunkt für ein Re­sü­mee der letzten Wochen.

Ein Schritt reicht, gleich tropft Schweiß vom Kinn.
- Peter Fox

Mein Spanisch hat mittlerweile eine gute Basis angenommen. Ich kann mir auf spanisch was zu essen bestellen, erklären, dass ich eine Toilette suche und mit dem Taxifahrer um den Preisverhandeln.

Meine Arbeit

Ich kann mich auf jeden Fall nicht beschweren, dass ich nicht genug zu tun habe. Trotzdem ist sehr cool zu sehen, dass es einiges gibt wo ich genau das tun kann, was ich die letzten 3 Jahre in meiner Ausbildung gelernt habe. Die Firewall konfigurieren und warten sowie den Hauptserver mit Updates versorgen ist schließlich mein Tagesgeschäft. Und in Kürze stehen größere Änderungen an der Struktur des Netzwerkes an.

Ein Monat Cashibo
Das IT Büro / Schrauberraum

Die meiste Zeit arbeite ich von Zuhause, weil es im "ITler Büro" einfach nicht nett zu sitzen ist, auch wenn der Raum klimatisiert ist. Ansonsten bin ich auch viel mit meinem Kollegen unterwegs, wenn eines der Häuser keine Verbindung mehr hat. Da das Stromnetz hier recht viele Spannungsschwankungen hat passiert es hier häufig, dass Netzteile von Handys, Laptops oder WLAN Access Points kaputt gehen, für die man natürlich vor Ort sein muss um sie zu reparieren.

Ein Monat Cashibo
Der klimatisierte "Serverschrank"

Es gibt aber auch einige eher unerwartete Tätigkeiten wie zum Beispiel mit einer Machete zugewachsene Richtfunkantennen klein hauen. Diese befinden sich an den Häusern und zeigen auf den Hauptturm an dem sich eine starke Sendeantenne befindet. Es ist nur doof, wenn diese mal ausfällt, denn die Türme sind zum Teil 30 Meter hoch...

Ein Monat Cashibo
Eine Richtfunkantenne

Für die Antennen ganz oben haben wir zum Glück einen Dienstleister aus der Stadt, der bei Bedarf da hoch klettert. Mir haben die 7 Meter auf jeden Fall gereicht als ich mal an ein "unpraktisch" installiertes Netzteil musste.

Die Peruaner und ihr Whatsapp

Wer mich kennt weiß, dass ich eine gewisse Abneigung gegenüber den Big-Tech Unternehmen habe und ich deshalb auch kein Whatsapp habe. Das stellt mich hier jedoch vor ganz neue Herausforderungen. Nicht nur läuft die ganze Organisation in Cashibo über Whatsappgruppen, nein das ganze Land läuft über Whatsapp.

Ein Monat Cashibo

So haben z.B. viele der kleineren Läden statt ihrer E-Mailadresse Handynummern für Whatsapp auf ihren Flyern und Schaufenstern stehen. Als ich einmal mit einem der Missionare in einem Baumarkt war und wir eine Factura (Kassenbon auf Namen einer Firma oder Verein) brauchten und diese aus „technischen Gründen“ gerade nicht ausgestellt werden konnte wurde uns angeboten ein Foto der Factura später per Whatsapp zuzuschicken. Später habe ich erfahren, dass man sogar medizinische Diagnosen per Whatsapp zugeschickt bekommt.

Das ganze wird noch unterstützt durch Mobilfunktarife in denen Whatsapp und Facebook nicht vom Datenvolumen abgezogen werden oder gar das einzige sind was über mobile Daten funktioniert. (In Deutschland ist die Telekom recht erfolgreich dabei ähnliche Tarife einzuführen; siehe StreamOn)

Ich bin bisher noch darum umher gekommen Whatsapp zu installieren. Für die Gruppen zur Organisation in Cashibo habe ich meine Matrix-Whatsapp Bridge benutzt und der Rest ging bisher über SMS. Aber für mich wirft es durchaus die Frage auf, welche Priorität ich meiner Verweigerung von Big Tech einräume. Schließlich bin ich nicht hier um Peruaner in zur digitalen Souveränität zu führen sondern für ein Leben mit Jesus zu begeistern. Diese beiden Dinge müssen sich keinesfalls ausschließen aber wenn mein „Datenschutzwahn“ meinen Missionsauftrag im Weg steht muss ich ihn zurückstellen.


Die Konferenzwoche

Als ich meinte, dass einige unerwartete Aufgaben auf mich zu kamen war das vielleicht etwas untertrieben. Denn in der ersten Märzwoche stand für Danilo, mich und 6 weitere Kurzzeitler ein großes Projekt an: Die Konferenzwoche. Naja eigentlich nicht direkt, sondern nur das Kinderprogramm, welches eine fünftägige Freizeit für alle Missionarskinder im Alter von 1 bis 13 Jahren werden sollte; Jedoch ohne Übernachtung. Es waren auch viele Missionarskinder aus nahegelegenden Missionsstationen mit dabei.

Ein Monat Cashibo
Ich, wie ich voller Autorität Kinder beaufsichtige

Thematisch ging es in den Andachten um die Epheserrüstung bzw. um Geschichten und Gleichnisse aus der Bibel, in denen die „Tugenden“ dieser Rüstung zum Ausdruck kamen.
Anschließend haben wir mit den Kids Spiele gespielt und Nachmittags die einzelnen Teile der Rüstung aus Papier und Moosgummi nach gebaut. Das ganze lief in getrennten Gruppen ab, einmal die eins- bis sechsjährigen und die Schulkinder.

Ein Monat Cashibo

Es gab noch eine außergewöhnliche Hürde: Wir hatten Kids aus der Schweiz, Deutschland, USA, Rumänien und Peru. Grundsätzlich galt zwar, dass die Freizeit auf Spanisch stattfindet aber gerade die Kleinen, für die ich mit zuständig war, hatten da zum Teil ihre Probleme mit. Immerhin konnte ich ihnen da gut auf Augenhöhe begegnen. Aber so kam es, dass die Amerikaner kaum Spanisch konnten, während für die Rumänen Spanisch die einzige gemeinsame Sprache mit uns war. Und so versuchte ich also mit der Unterstützung einer fünfjährigen Dolmetscherin zu erklären wie man aus Pape den Brustpanzer der Gerechtigkeit baut um das ganze anschließend für die Amerikaner auf Englisch zu wiederholen. Das war zwar sehr anstrengend klappte aber irgendwann ganz gut.

Ein Monat Cashibo

Schwierig wurde es nur, wenn es schnell gehen musste. Zum Beispiel als ich einen Jungen aus der Laufbahn der Seilrutsche ziehen musste, weil er angefangen hat sich dort zu erleichtern. Versuch mal in einer fremden Sprache einem Dreijährigen zu erklären, dass er bitte die Toilette benutzen soll, ohne das Wort für „pinkeln“ zu kennen.

Insgesamt glaube ich, dass die Kids eine gute Zeit hatten. Zumindest haben wir recht gutes Feedback von den Eltern und Kids bekommen und ich hoffe die Kids konnten etwas aus der Woche mitnehmen.

Ein Monat Cashibo

Ich muss aber zugeben, dass ich in den Vorbereitungen und kurz vor der Woche etwas mit Frust zu kämpfen hatte, denn Kinderbetreuung war eigentlich nicht unbedingt das, was ich mir vorgestellt habe als ich meinen Einsatz für Cashibo geplant habe. Nach vier Jahren Jugendarbeit, vier Jahren als Zeltlager Mitarbeiter und einer frischen JuLeiCa Schulung konnte ich nicht mal behaupten, dass ich unqualifiziert bin.

Während der Woche hat sich meine Stimmung aber deutlich verbessert auch wenn diese fünf Tage super anstrengend waren. Die Kids waren einfach super cool und wir Kurzzeitler haben uns einfach super verstanden. Es war super spannend zu sehen, wie Gott uns durch diese Woche, die uns alles an Kraft abverlangt hat, geführt und uns immer mit Kraft ausgerüstet hat.

Ein Monat Cashibo

Rückblickend würde ich diese Woche und die Erfahrungen, die sie mit sich brachte  nicht wieder hergeben wollen. Auch hat es der Beziehung zu den Anderen Kurzzeitlern sehr gefördert. Trotzdem freue ich mich sehr, dass ich mich morgen wieder um meine normale Arbeit kümmern kann und hoffe, dass das für die nächste Zeit auch erst mal so bleibt. ^^

So klein ist die Welt

Die Welt ist ein Dorf!
- Deutsche, die sich im Ausland treffen

Vor drei Wochen sind vier weitere Kurzzeitler aus Paraguay nach Cashibo gekommen. Eine von denen ist in deutschland aufgewachsen und wohnt nun einer menonitischen Kolonie. Wie sich herausstellte hat sie früher in der Nähe von Lemgo gewohnt und ihr Bruder ist als Kind auf das Lippesola gegangen. Ich habe ja mit vielem hier gerechnet. Aber nicht mit Südamerikanern, die das Lippesola kennen.

Gebetsanliegen

Dank für...

  • ... eine gute und gesegnete Kinderfreizeit
  • ... gute Gemeinschaft mit den anderen Kurzzeitlern

Betet gerne dafür, ...

  • ... dass Danilo und ich für unser Visum nicht zurück nach Lima fliegen müssen. Das wäre teuer und es ist fraglich ob wir ohne Probleme wieder nach Cashibo kommen.
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<![CDATA[¡Adíos Lima! ¡Hola Cashibo!]]>Das ging schneller als gedacht. Am 26. Januar hat der Präsident von Peru in einer Pressemitteilung angekündigt, dass es ab dem 1. Februar einen neuen Lockdown geben wird.  Unter Anderem wurde der Flugverkehr eingeschränkt, was für uns bedeutet hätte, dass wir nach unserem Termin bei Interpol nicht nach Pucallpa fliegen

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https://peru.larsbuddenberg.de/adios-lima-hola-cashibo/600a14d57c8bb800019b85f2Mon, 01 Feb 2021 23:43:00 GMT

Das ging schneller als gedacht. Am 26. Januar hat der Präsident von Peru in einer Pressemitteilung angekündigt, dass es ab dem 1. Februar einen neuen Lockdown geben wird.  Unter Anderem wurde der Flugverkehr eingeschränkt, was für uns bedeutet hätte, dass wir nach unserem Termin bei Interpol nicht nach Pucallpa fliegen könnten, sondern den Lockdown im Gasthaus in Lima verbringen müssten.

Nach kurzer Rücksprache mit der Leitung in Cashibo (der Missions Station in Pucallpa) haben wir dann unseren Flug nach Pucallpa auf den 29. Januar umgebucht. Zum Glück hatten wir bereits unseren Flug gebucht und konnten umbuchen, denn die Flugpreise haben sich in 24 Stunden verdreifacht.

Als wir dann an besagtem Termin am Flughafen ankamen wurden wir beim Check-in auf Spanisch auf ein Problem mit unserem Flug hingewiesen, welches wir aber erst später begreifen sollten. Nachdem man uns auf halb Spanisch halb Englisch 10 Minuten versucht hat uns das Problem zu erklären wurde uns schließlich unsere Boarding Karte in die Hand gedrückt und unser Gepäck angenommen. Erst nach der Kontrolle zu den Gates viel uns auf, dass die Uhrzeit auf unserem Boarding Pass gar nicht mit der auf unserem Ticket übereinstimmt. Auch die Flugnummer hat sich geändert und es stand gar kein Gate auf der Boarding Karte. Wie sich nach einigen Gesprächen mit dem Personal herausstellt, war unser Flug wohl überbucht und man hat uns „spontan“ umgebucht auf einen Flug der 6 Stunden später abheben sollte.

¡Adíos Lima! ¡Hola Cashibo!
Unsere Boarding Karte

Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob wir "Glück" oder Pech hatten. Pech, dass unser Flug überbucht war und wir ewig am Flughafen herumsaßen oder Glück, dass man uns überhaupt umbuchen konnte und wir Lima rechtzeitig verlassen konnten. Naja, so wie wir bisher durch all die Corona Einschränkungen durchgekommen sind, würde ich nicht mehr von "Glück" sprechen. Je länger meine Reise geht, dosto mehr bin ich überzeugt, dass Gott uns jetzt und hier haben will. Ich bin gespannt, was in den nächsten Monaten noch so alles vor hat.


♪ [...] Die Sonne knallt, die Mülltonnen qualmen - Unter den Linden heißt unter den Palmen [...] ♪
- Peter Fox

In Pucallpa sind uns als erstes zwei Dinge aufgefallen: Es ist warm und es ist feucht; Und da war es schon dunkel. Abgeholt wurden wir von Silas Bargen. Er ist in Cashibo der Ansprechpartner für die männlichen Kurzzeitler (das sind momentan nur wir hier).

Wer genau wissen will, wo wir gerade sind, kann sich Cashibo gerne mal auf der Karte angucken:

Cashibo selbst ist ein sehr nettes Fleckchen Land. Genauso nett wie die Leute hier, die uns alle sehr herzlich aufgenommen haben. Wir wurden hier bereits von einigen Familien zum Essen eingeladen und Silas und Yvonne (die Frau vom Silas) haben uns schon grob die Stadt und ihre Märkte gezeigt.

Meine eigentliche Arbeit beginnt nächste Woche. Diese Woche heißt es noch Spanisch lernen. Aber ich bin doch froh hier zu sein und mich parallel schon einleben zu können, auch wenn das Klima meinem Konzentrationsvermögen etwas zusetzt. Aber ich hoffe und denke, dass wird mit der Zeit besser.

Gebetsanliegen

Gott sei Dank...
... dass wir Lima vor dem Lockdown verlassen konnten.
... dass wir bereits so gut in die Gemeinschaft gefunden haben.
... dass wir eine so coole Unterkunft haben.
... dass Cashibo bisher keinen Coronafall hatte.

Ihr dürft gerne dafür beten...
... dass die Bibelschule in Cashibo bald wieder beginnen kann.
... dass Danilo und ich unseren Haushalt (ohne Streit*) geregelt bekommen.
... dass wir nächste Woche gut in unsere Arbeit finden und unser gelerntes Spanisch nutzen können.

*Wir verstehen uns noch super, aber das darf ja gerne so bleiben ;P

Das sind soweit die wichtigsten Infos von mir. Aber hier gibt es noch diverse Gedanken und Bilder.


Der See am Ende der Straße

Wenn man den Weg der Staße in Cashibo etwa 3km weiterfährt, kommt man bei der SAM an. SAM steht für "South Amarica Mission", ebenfalls ein christliches Missionswerk. Sie liegt direkt am Cashibococha, ein See in dem man während der Regenzeit gut schwimmen kann. Wärend der Trockenzeit ist der See eher ein Sumpf.

Erkenntnis des Tages

Ich habe mich lange gefragt, wie so große Personengruppe auf die Idee kommen kann, statt "Es gibt ..." "Es hat ..." zu sagen. Am 21. Januar 2021 habe ich endlich den Hintergrund dieser "alternativen" Formulierung gefunden. Dazu bedarf es jedoch einer kurzen Erklärung:

Es gibt im Spanischen 2 Wörter für haben: tener und haber. Tener ist das haben, was man eigentlich immer wie im Deutschen oder Englischen für haben verwendet. Haber wird vor allem für 2 Dinge benutzt: Das Perfekt und passend konjugiert: (Trommelwirbel) "Es gibt ..."!

Das heißt wenn die Peruaner sagen wollen "Es gibt hier WLAN!" sagen sie eigentlich "Hier hat's WLAN (aquí hay wifi). Um etwas Kontext zu geben, warum mich das begeistert, muss ich eventuell anmerken, dass ich in meinem letzten Jahr in Deutschland viel mit Schwaben zu tun hatte... Aber auch die Schweizer hier scheinen von dieser Formulierung durchaus Gebrauch zu machen.

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<![CDATA[Ein Tag in Lima]]>Es ist der zweite Tag nach unserer Quarantäne. Danilo und ich laufen voller Freude über unsere neu gewonnene Freiheit durch Lima. Vor allem haben wir vor Geld abzuheben, denn das Gästehaus hat uns für unseren Aufenthalt während der Quarantäne bereits die erste Rechnung ausgestellt. Das Gästehaus liegt in einem recht

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https://peru.larsbuddenberg.de/ein-tag-in-lima/6012edebd884900001d2e1bfFri, 29 Jan 2021 03:32:20 GMT

Es ist der zweite Tag nach unserer Quarantäne. Danilo und ich laufen voller Freude über unsere neu gewonnene Freiheit durch Lima. Vor allem haben wir vor Geld abzuheben, denn das Gästehaus hat uns für unseren Aufenthalt während der Quarantäne bereits die erste Rechnung ausgestellt. Das Gästehaus liegt in einem recht wohlhabendem Teil der Stadt und die Anzahl der deutschen Fahrzeuge ist durchaus bemerkenswert.

Unser erster Versuch an Bargeld zu gelangen ist eine, in der Kartenapp meines Vertrauens, eingezeichnete Bank. Dort angekommen finden wir uns vor einem leerstehendem Gebäude wieder. Ratlos blicken wir uns an. Danilos Versuch, eine Passantin anzusprechen und nach einem Geldautomaten zu fragen, schlägt kläglich fehl. Auch nach mehrmaligem Ansprechen (mit ¡Lo Siento!, was nicht wie angenommen, "Entschuldigen Sie!" sondern "Ich bitte um Vergebung!" bedeutet) geht sie mit konzentriertem, angestrengten Blick an uns vorüber. Ich versuche meinen sichtlich in seinem Stolz gekränkten Freund zu ermutigen: "Hey, sie hat bestimmt gedacht du redest mit mir!".

Erst jetzt fällt uns der Supermarkt wenige Meter weiter, auf der anderen Straßenseite auf. Mit der Erinnerung, in einem Geschäft der gleichen Kette bereits erfolgreich Bargeld erworben zu haben, begeben wir uns hinein und finden nach gerade mal 5 Minuten touristischem Herumirren gleich den gesuchten Geldautomaten. Siegessicher schiebe ich meine Kreditkarte in den Automaten. Doch die Meldung die sich wenige Sekunden später ihren Weg vom Bildschirm in den sekundären Bereichs meines linken Temporallappens bahnt, ist ein Schlag ins Gesicht: Die wollen doch glatt 5€ dafür haben, dass wir hier Geld abheben dürfen. Völlig empört über diese absolute Unverschämtheit verlassen wir den Supermarkt. Uns bleibt also nichts weiter übrig, als einen anderen Automaten in besagter Kartenapp herauszusuchen. Eigentlich ist das auch gar kein Problem, denn wo man schon mal da ist, will man ja auch was von Lima sehen.

Während wir in Richtung des vermeintlichen Geldautomaten gehen bemerken wir langsam, dass die Häufigkeit der deutschen Automarken drastisch abgenommen hat. Dafür stieg die Anzahl der Beulen der, teils völlig untermotorisierten, Verkehrsteilnehmer. Am Ziel angekommen stellen wir fest, dass es sich bei dem Objekt unserer Begierde um eine Tankstelle handelt. Unsere Befürchtung, auch hier nicht ohne zusätzliche Gebühren Geld abheben zu können, erweist sich als unbegründet. Völlig euphorisch heben wir jeweils 700 Soles (ca. 160€) ab. Nach Verlassen der Tankstelle entscheiden wir uns zu einem kleinen Umweg auf dem Weg nach Hause zu machen. Wie gesagt: Mann will ja was sehen.

Es dauert nicht lange bis uns auffällt, dass nun auch die Fassaden der uns umgebenden Gebäude deutlich an Glanz verloren haben; Wenn sie denn noch eine Fassade haben. Auch das ein oder andere eingestürzte Gebäude verweist schamlos seine Präsenz.

Wie aus dem Nichts erscheint plötzlich zwischen zwei Häusern eine Treppe aus Beton. Sie führt mitten durch eine Fläche voller Geröll und Bauschutt. Wir überlegen kurz, ob es eine gute Idee ist, mit unserer Miete in Bar diesen Weg einzuschlagen. Doch uns lockt die Aussicht über die Stadt, die der steile Anstieg verspricht und so begeben wir uns in Richtung Treppe. Oben angekommen genießen wir die Frucht unseres Mutes. Die Aussicht ist phänomenal. Die ganze Stadt erstreckt sich zu unseren Füßen. Gekrönt wird die Aussicht mit einem Sonnenuntergang inklusive Meerblick. Die Genugtuung unseres heroischen Handelns wird jedoch getrübt. Die "Häuser" die uns gegenüber stehen, sobald wir uns umdrehen sehen eher nach Gartenhütten als nach einer Behausung aus. Mit mulmigem Gefühl gehen wir den Weg am Kopf der Treppe entlang. Als wir an einer Gruppe spielender Kinder vorbeikommen, unterbricht sie augenblicklich ihr Spiel und starrt uns ungläubig an. Wir lassen uns nichts anmerken und versuchen durch ein Lächeln einen guten Eindruck zu hinterlassen. Niemand lächelt zurück. Als wir feststellen, dass der Weg wenige Meter später endet, vergeht auch unser Lächeln.

Damit die Bewohner der Nachbarschaft nicht den Eindruck bekommen, wir hätten absolut keinen Plan wo wir sind, lehnen wir uns lässig an das Geländer und tun so, als hätten wir uns vorsätzlich entschieden genau hier die Aussicht genießen zu wollen. Ein Blick auf das Mammut Logo der Hose meines Amigos lässt mich jedoch an unserer Strategie zweifeln.

Ein Tag in Lima
Der Blick vom Geländer.

Meine taktischen Überlegungen werden plötzlich durch lautes Gebell unterbrochen. Mehr als die Lautstärke beunruhigt mich jedoch die Nähe des Gebells. Vorsichtig blicke ich mich um und sehe in die Augen eines Hundes, der seinen Speichelfluss ungefähr so gut beherrscht, wie ich mein Spanisch. Da sich offensichtlich niemand berufen fühlt, das Tier zurück zurufen beschließen Danilo und ich uns unauffällig aus dem Staub zu machen. Als wir merken, dass uns das Tier weiter folgt mischt sich zu unserem mulmigen Gefühl langsam etwas Panik. Danilo flüstert mir die Idee zu, dass man einem Hund nur doll auf die Nase treten muss, damit er verschwindet. Doch der Gedanke, dass ein tendenziell anwesendes Herrchen das gleiche anschließend mit uns tun könnte, hemmt unseren Verteidigungsdrang. Als sich dann auch noch zwei weitere 4-Beiner unserem Verfolger anschließen, haben wir doch langsam Probleme unseren lässigen Auftritt aufrecht zu erhalten. Und das ausgerechnet, als wir wieder bei den Kindern vorbeikommen.Im Gegensatz zu unserem Lächeln, scheinen sie jedoch die Panik in unseren Gesichtern durchaus wahrzunehmen. Die letzten Hoffnungen, einen Gesichtsverlust vermeiden zu können verlieren wir, als sich schließlich eines der Kinder erbarmt und mit entschlossener Stimme der Verfolgungsjagd ein Ende setzt. Ohne anzuhalten, blicken wir das Kind dankbar an. Nichts wie weg hier!

Zeitsprung, der

Wir befinden uns wieder in einem Viertel mit funktionierenden Straßenlaternen. Zumindest hoffen wir, dass sie funktionieren, denn langsam bricht die Dämmerung ein. Ohne genau zu wissen wo wir sind, laufen wir in die Richtung, in der wir unser Gasthaus vermuten. Als wir eine viel befahrene Brücke überqueren, lasse ich mir die Gelegenheit nicht entgehen um ein dynamisches Bild des Verkehrs der Autobahn unter uns einzufangen. Hochkonzentriert auf mein künstlerisches Werk nehme ich nur sehr verschwommen wahr, dass Danilo versucht mir etwas zu sagen. Als ich nach 40 Sekunden zufrieden mein Handy wieder einstecke, drehe ich mich um und will ihn fragen, was er gerade von mir wollte. Doch die dunkelbraunen Augen, die meinen Blick erwidern sind nicht von Danilo. Sie gehören einem, etwa einen Kopf kleineren aber dafür bewaffneten Mann in Uniform. Der einheimische Beamte scheint mich wohl bereits seit Beginn meines Unterfangens misstrauisch anzublicken. Ich lächele gequält und versuche so unauffällig wie es geht mich von dem Polizisten zu entfernen. Hoffentlich tut er es nicht dem Hund gleich, denn diesmal würde es etwas mehr als ein Kind brauchen um unser Fahndungslevel zu senken. Der Trick ist, den Blickkontakt im richtigen Moment zu unterbrechen, während man sich mit kleinen Schritten von seinem potentiellen Jäger entfernt. Das scheint tatsächlich zu funktionieren. Nach etwa 50 Metern Abstand atme ich auf, geschafft!

Zeitsprung, der

Die Straßenlaternen funktionieren, das ist gut. Unsere Position, geschweige denn die unseres Gasthauses ist weiter unbekannt, das ist schlecht. Dennoch wehre ich mich vehement gegen die Aufforderung meines Freundes doch endlich das Navi im Handy anzumachen und beharre weiter auf meine Navigations- und Survivalskills vom Zeltlager. Zum Glück bin ich derjenige, der vorher das Kartenmaterial von Peru heruntergeladen hat. Während wir laut diskutierend durch die Gassen Limas laufen hören wir plötzlich eine Stimme: „Entschuldigung, sprecht ihr deutsch?!“ Irritiert blicken wir uns erst an und dann um. Zwei Frauen stehen auf der anderen Seite der Gasse und blicken genauso ungläubig wie wir in unsere Richtung. „Das gibt’s doch nicht!“ Es folgt ein Dialog, wie man ihn immer führt, wenn man Landsleute im Ausland trifft: Wo kommt ihr her? Was macht ihr hier? Wer seid ihr? Ach, toll! etc..

Die beiden erzählen uns, dass sie Nelli und Grace heißen und aus Frankfurt kommen. Sie versuchen in Südamerika vor Corona Einschränkungen zu flüchten was, wie sich noch herausstellen soll, eine mäßig gute Idee war. Grace, die Tante von Nelli hat wohl wurzeln in Peru.  Als wir erzählen, dass wir frisch aus der Quarantäne sind und die Stadt etwas erkunden, erfahren wir beiläufig, dass die beiden eigentlich auch in Quarantäne sind. Gut zu wissen.. Nach einem peinlichen Schweigen sagt Nelli schließlich „Joa, wir müssen dann auch mal weiter. Macht’s gut Jungs, vielleicht sehen wir uns ja nochmal!“. Irritiert schauen wir den beiden noch hinterher, bis sie hinter der nächsten Ecke verschwinden. Da keiner von uns beiden etwas dazu zu sagen hat, gehen wir einfach schweigend weiter.

Zeitsprung, der

Mittlerweile ist die Sonne ganz untergegangen. Es ist schon ziemlich lange her, dass wir etwas wiedererkannt haben, dass uns einen Hinweis auf unsere Position verraten könnte. Auch der psychische Druck meines Weggefährten, doch bitte Endlich das Handy anzumachen wird immer größer. Was wenn wir schon zu weit gelaufen sind und uns immer weiter von unserem Ziel entfernen? An der nächsten Kreuzung knicke ich schließlich ein. Ich hole Mein Handy aus der Tasche und prüfe unseren Standort. Gebannt starren wir auf mein Handy. Wie sich herausstellt sind wir gerade mal 100 Meter von unserem Gasthaus entfernt. Wir sind 8 Kilometer durch Lima gelaufen und ich knicke 100 Meter vor unserem Haus ein und gucke aufs Navi. Etwas frustriert aber trotzdem glücklich endlich wieder „Zuhause“ zu sein öffne ich das Eingangstor.

Was für ein Tag!

Epilog

So oder sehr ähnlich lief unser 2. Tag außerhalb unserer Quarantäne ab und ich hatte einfach das Bedürfnis ihn schriftlich festzuhalten. Eigentlich sollte das ein kleiner Anhang zu meinem nächsten Rundbrief werden, aber da er doch größer geworden ist, als ich dachte bekommt er jetzt seinen eigenen Post.

Hier in Peru geht gerade einiges drunter und drüber. #Corona
Aber dazu in Kürze mehr! :P

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<![CDATA[Aus der Quarantäne nichts neues..]]>Zum Zeitpunkt wenn dieser Post raus geht, haben Danilo und ich bereits 11 Tage in Quarantäne verbracht. Klingt eigentlich gar nicht so viel aber es kommt mir so vor als wären wir schon mindestens einen Monat hier im Gästehaus in Lima.

Gestern haben wir erfahren, dass wir bis zum 8.

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https://peru.larsbuddenberg.de/aus-der-quarantane-nichts-neues/6000c2e5fea0e1000157b645Sun, 17 Jan 2021 02:29:34 GMT

Zum Zeitpunkt wenn dieser Post raus geht, haben Danilo und ich bereits 11 Tage in Quarantäne verbracht. Klingt eigentlich gar nicht so viel aber es kommt mir so vor als wären wir schon mindestens einen Monat hier im Gästehaus in Lima.

Gestern haben wir erfahren, dass wir bis zum 8. Februar in Lima bleiben müssen weil wir hier noch einen Termin für unser Visum bei Interpol haben, bei dem wir vor Ort sein müssen. Das ist länger als ursprünglich angedacht, aber immerhin endet unsere Quarantäne fristgerecht am 20. Januar. Wobei auch nur theoretisch, denn seit dem 15. Januar gilt in Lima ein Lockdown. Alle Geschäfte die nicht #systemrelevant sind müssen schließen oder ihre Besucher auf 40-20% reduzieren, Ausgangssperre ab 21:00 Uhr und Sonntags gibt es keinen privaten KFZ Verkehr. In Lima ist gerade die dritt höchste von vier Alarmstufen, was Corona angeht (hoch).  
Wir können also immerhin selber einkaufen, denn das haben bisher Stumps, die Besitzer des Gasthauses und Indicamino Mitarbeiter, für uns gemacht.

Als Informatiker muss ich aber sagen, dass ich mit dem Lockdown und der Quarantäne eigentlich ganz gut zurecht komme. Solange ich etwas Internet und ein Gerät habe, auf dem ich Linux installieren kann, kann ich mich ganz gut beschäftigen :D. Danilo, trifft das härter. Er spricht schon seit wir hier sind davon, endlich mal durch die Stadt ziehen oder mal woanders Essen gehen zu können.

Es hat aber auch seine Vorteile, dass wir hier noch länger in der Quarantäne / Lockdown sitzen, denn seit Montag (den 11. Januar) hat die Sprachschule begonnen. Das war der Moment als es für mich aufgehört hat sich wie Urlaub anzufühlen. Der Unterricht ist Montags bis Freitags. Zwei mal am Tag haben wir 90 Minuten Unterricht über Zoom, was schon etwas anstrengend ist. Einen Block haben wir zusammen und einen jeder für sich. Der Einzelunterricht ist deutlich intensiver aber es ist recht effektiv. Objektiv betrachtet ist es eigentlich Ideal, dass wir jetzt so viel Zeit zum spanisch lernen haben. In Cashibo, unserem eigentlichen Einsatzziel, werden wir parallel zu unserer eigentlichen Arbeit deutlich weniger Zeit haben Spanisch zu lernen.

Spanisch ist aber auf jeden Fall weiter ein Gebetsanliegen!

El arte de la cocina

Was erstaunlich gut klappt ist das Kochen. Obwohl Danilo und ich beide so gut wie keine Erfahrung haben uns selbst Nahrung zuzubereiten, (abgesehen von einer handvoll Fertigprodukten) haben wir doch so manchen Leckerbissen gezaubert. Aber seht selbst, es halt alles mindestens so gut geschmeckt wie es aussieht!

Erdbeben

Ich habe gestern zum ersten mal in meinem Leben ein Erdbeben miterlebt. Naja, zufällig wahrgenommen trifft es wohl eher. Und auch nur, weil ich zufällig auf dem dem Boden lag. Ich dachte erst mir ist nur etwas schwindelig aber ausnahmsweise hat sich diesmal wirklich der Boden bewegt! (Bevor Fragen aufkommen: Wir haben gerade Sport gemacht und sind gerade fertig geworden (ja auch Informatiker machen mal Sport :P )) Ich hätte es gar nicht für eines gehalten, wenn Danilo gestern nicht dazu angeschrieben worden wäre.

Aus der Quarantäne nichts neues..
Quelle: https://www.volcanodiscovery.com/de/earthquakes/quake-info/6062100/mag4quake-Jan-15-2021-NEAR-COAST-OF-CENTRAL-PERU.html

Aber anscheinend gab es am 15. Januar um 18:51 Ortszeit, 91 km südlich von Lima in einer Tiefe von 33 km ein Erben der Stärke 4,6. Wie gesagt hat man davon aber kaum was in Lima gemerkt.

Photos und Sonstiges

Etwas überfällig habe ich hier mal ein kleines Video mit Eindrücken wie wir hier so wohnen. Viel Spaß!

Was hier sehr ist ein Wasserfilter. Da das Leitungswasser hier sehr Chlor reich ist, ist es praktisch nicht genießbar. Daher müssen wir unser Trinkwasser vorher filtern, bevor wir es trinken können.

Die Granadilla (ll ist im spanischen ähnlich zu "j" habe ich gelernt). Eine sehr ungewöhnliche Frucht die viel Liebe und Zärtlichkeit beim Verzehr benötigt.

Eine Sache die ich nicht ganz verstehe: Hier wird ALLES in Plastiktüten eingepackt. Ich hab mir sagen lassen, dass ist zwar zum Teil besser für die Umwelt aber das ist so unfassbar unpraktisch. Milch zum Beispiel: Wer hat gedacht, dass es eine gute Idee ist Milch so zu verkaufen? Vielleicht haben ja auch alle Peruaner Zuhause eine extra Milchkanne wo sie dann den Inhalt hinein füllen... Nach der Quarantäne erfahren wir sicher mehr! ^^

Gebetsanliegen

Wir haben zwar immer noch keine klaren Informationen aber es scheint recht kurz nach unserer Einreise erhebliche Einschränkungen bezüglich der Einreise aus und nach Europa von Peru gegeben zu haben.
Gott sei Dank, dass wir noch rechtzeitig einreisen konnten.

Außerdem ist es ein großer Segen, dass Danilo und ich uns nach 2 Wochen, die wir aufeinander rumhängen, immernoch so gut verstehen.

Ich glaube, dass sich Gott was dabei gedacht hat und dass es gut ist, dass wir die Zeit in Lima zum lernen haben. Auch wenn mir der Gedanke etwas Muffen machen, was er wohl mit unserem Spanisch vor hat. ^^

Bitte betet, dass der Termin am 5. Februar bei Interpol ohne Probleme stattfindet.

Bitte betet, dass der, mittlerweile gebuchte, Flug nach Pucallpa am 8. Februar stattfinden kann.

Bitte betet für Motivation, "Selbstdisziplin" und Konzentration beim lernen.

Epilog

Vielen Dank an alle, die sich auf den letzten Blog gemeldet haben! Die E-Mail Antworten kommen an! Vielen Dank auch an alle die für uns und unseren Einsatz beten!

Soweit von mir!

Viele Grüße und Gottes Segen aus Peru
Lars Buddenberg

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<![CDATA[Quarantäne in Lima]]>Es ist geschafft! Der Flug ist überstanden. Nach 20 Stunden feinstem Nutzungserlebnis des Luftreiseverkehrs sitze ich nun mit Danilo, meinem Mitbewohner, in unserem Gästehaus in Lima. Wir werden hier wahrscheinlich ca. 3 Wochen bleiben bis wir weiter nach Cashibo, unserer eigentlichen Einsatzstelle reisen werden; Nach der Quarantäne und den letzten

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https://peru.larsbuddenberg.de/quarantane-in-peru/5ff623acfea0e1000157b426Fri, 08 Jan 2021 02:35:17 GMT

Es ist geschafft! Der Flug ist überstanden. Nach 20 Stunden feinstem Nutzungserlebnis des Luftreiseverkehrs sitze ich nun mit Danilo, meinem Mitbewohner, in unserem Gästehaus in Lima. Wir werden hier wahrscheinlich ca. 3 Wochen bleiben bis wir weiter nach Cashibo, unserer eigentlichen Einsatzstelle reisen werden; Nach der Quarantäne und den letzten Terminen bei den Behörden für die Visa.

Während ich hier anfange zu Tippen, sind wir noch nicht so lange hier, wie wir unterwegs waren. Es ist immer noch nicht so ganz in meinem Kopf, dass wir jetzt tatsächlich hier in Lima/Peru sind.

Wir haben hier übrigens gerade 25°C bei erhöhter Luftfeuchtigkeit. Dementsprechend sitzen wir hier also gerade in kurzer Hose und T-Shirt bei einer Limonade beieinander; Sehr im Kontrast zu den Schneelandschaften, die vereinzelt auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen an mir vorbeigerauscht sind. Auch der Jetlag hält sich sehr in Grenzen. Das wird wohl vor allem daran liegen, dass ich (genau wie Danilo) einen eher unkonventionellen Schlafrhythmus hatte. Auf jeden Fall sind wir heute morgen ohne Wecker pünktlich um 6 wach geworden, was mir seit Jahren nicht mehr passiert ist.

Ich habe festgestellt, ich bin gar kein Langschläfer! Ich habe nur die letzten 20 Jahre in der falschen Zeitzone gelebt!

Aber ich muss sagen, man kann seine Quarantäne schlimmer absitzen. Apropos, die dauert hier wie in Deutschland 2 Wochen. Normalerweise dürften wir unter diesen Umständen nicht mal das Haus verlassen aber wir haben unseren eigenen Bereich im Garten, sodass wir dort auch an die frische Luft kommen. Außerdem ist der Wohnbereich für zwei Leute auch ziemlich groß aber später mehr dazu.

Im Gästehaus, wo wir unsere Quarantäne absitzen, kümmern sich Christian und Margrit Stump um uns und gehen für uns einkaufen, da wir das ja nicht selber machen dürfen. Sie kommen aus der Schweiz und sprechen angenehmer Weise deutsch. Sie arbeiten für Indicamino und kümmern sich vor allem um Verwaltung und das Gästehaus, in dem wir gerade unsere Quarantäne absitzen. Generell ist es nach der Reise, bei der wir in jedem Sicherheitscheck Muffe hatten, dass uns irgendein Corona Dokument fehlt und man mit gebrochenem Englisch (oder Spanisch) wild gestikulierend auf kreative Hygienekonzepte hingewiesen wurde, einfach schön ein "Safehouse" zu haben, wo wir vorerst niemandem mehr unseren negativen Coronatest zeigen müssen und einmal durchatmen können.

Unser Gästehaus ist aber ein Traum! Mit großem Gemeinschaftsraum, Esszimmer, 2 Badezimmern sowie für jeden ein eigenes Schlafzimmer fühlt es sich eher nach Urlaub als nach Quarantäne an. Zwar haben wir keine Küche aber dafür einen Gasgrill mit einer großen Gusseisenplatte, was mindestens genauso gut funktioniert. Außerdem ist es MÄNNLICHER auf dem Grill zu kochen! ;P

Gebetsanliegen

Ersteinmal: Gott Sei Dank!
Die Reise hat super geklappt. Keine Verspätungen und wir hatten alle Dokumente dabei, die wir gebraucht haben. Außerdem haben wir einen großartiges Gästehaus, wo wir die Quarantäne verbringen können. Gott kümmert sich und versorgt uns gerade hervorragend!

Ich hätte aber noch ein Anliegen:
Am 11. Januar beginnt für uns die Sprachschule. Jedoch nicht wie ursprünglich gedacht in Arequipa sondern über Zoom. Ihr dürft gerne dafür beten, dass das Spanisch lernen gut klappt und ich Freude daran haben werde.

Soweit von mir. Wenn ihr fragen habt meldet euch gerne bei mir!

Liebe Grüße aus Peru
Lars

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<![CDATA[Alle Kanäle auf denen du mir folgen kannst]]>Dass du es hier auf die Website geschafft hast, ist schon mal hervorragend! Natürlich kannst du Dir einfach ein Lesezeichen machen und regelmäßig hier vorbei schauen. Falls du aber benachrichtigt werden willst, sobald ein neuer Post da ist, hier ein paar Möglichkeiten, wie Du keinen Post verpasst:

E-Mail Newsletter

Der

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https://peru.larsbuddenberg.de/alle-kanale-auf-denen-du-mir-folgen-kannst/5fd7b20fcf0f9300012a8eccTue, 15 Dec 2020 15:37:21 GMT

Dass du es hier auf die Website geschafft hast, ist schon mal hervorragend! Natürlich kannst du Dir einfach ein Lesezeichen machen und regelmäßig hier vorbei schauen. Falls du aber benachrichtigt werden willst, sobald ein neuer Post da ist, hier ein paar Möglichkeiten, wie Du keinen Post verpasst:

E-Mail Newsletter

Der "konservative" Weg. Du findest oben rechts auf der Seite die Newsletter Schaltfläche. Dort kannst du dich mit deiner E-Mail Adresse für den (wer hätte es gedacht) Newsletter anmelden. Sobald du das gemacht hast, bekommst du die neusten Posts direkt per Mail zu gesendet.

Matrix Raum

Matrix ist ein supercooles dezentrales Chatprotokoll das vorwiegend für "instant messaging", oder zu deutsch Kurznachrichten, genutzt wird. Mehr Informationen findest du hier.

Falls du Matrix hast, kannst du folgendem Matrix Raum beitreten, um über neue Posts benachrichtigt zu werden. Du kannst den QR Code mit deinem Handy einscannen um direkt über deine Matrix App (Element oder Ander) in die Gruppe zu gelangen.

#informatikerInPeru:mtx.koyax.org
Alle Kanäle auf denen du mir folgen kannst

Telegram Channel

Ich denke mittlerweile haben die meisten schon mal was von diesem "blauen Whatsapp" gehört. Wer den Messanger benutzt kann gerne folgendem Channel beitreten um über neue Posts auf dem laufenden Gehalten zu werden:

https://t.me/informatikerInPeru
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Kontaktmöglichkeiten

Die oben genannten Wege sind dazu da damit Du Nachrichten von mir bekommst. Falls Du mir eine Nachricht schicken willst, worüber ich mich sehr freuen würde, machst du das am besten über folgende Kanäle::

E-Mail

Ja, dieses Medium wird wohl so schnell nicht aussterben. Du kannst entweder einfach auf den Newsletter antworten oder mir direkt eine E-Mail schicken. Meine Adresse ist:

mail@larsbuddenberg.de

Du kannst deine E-Mail auch mit PGP verschlüsseln. Meinen Public Key findest du hier herunterladen:

PGP Public Key

Matrix

Du kannst mich über Matrix mit folgender Matrix ID erreichen. Oder du scannst einfach den QR Code mit deinem Handy auf dem du eine Matrix App installiert hast.

@koyax:mtx.koyax.org
Alle Kanäle auf denen du mir folgen kannst

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<![CDATA[Vorwort: Bald geht es los!]]>Bevor es richtig los geht möchte ich gerne noch ein paar Hintergrundinformationen geben.


Ich habe schon seid Sommer 2019 den Wunsch auf dem Herzen gehabt nochmal "raus" zu kommen. Raus aus meinem Alltag, meinen Pflichten und Aufgaben, raus aus meinem sozialen Umfeld und meinem luxuriösen Leben als Westeuropäer. Es bot

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https://peru.larsbuddenberg.de/vorwort-bald-geht-es-los/5fd75997cf0f9300012a8e56Mon, 14 Dec 2020 12:25:30 GMT

Bevor es richtig los geht möchte ich gerne noch ein paar Hintergrundinformationen geben.


Ich habe schon seid Sommer 2019 den Wunsch auf dem Herzen gehabt nochmal "raus" zu kommen. Raus aus meinem Alltag, meinen Pflichten und Aufgaben, raus aus meinem sozialen Umfeld und meinem luxuriösen Leben als Westeuropäer. Es bot sich gerade auch gut an, denn 2020 sollte meine Ausbildung abgeschlossen sein. Also fing ich an, mich umzuhöhren. Die Anforderungen die ich mir persönlich an das Jahr gestellt habe waren eigentlich recht übersichtlich:
1.) Es ist ein geistlicher Dienst
2.) Ich mache dort (hauptsächlich) was ich am besten kann: IT
3.) Mein Aufenthaltsort ist mindestens 3 Autostunden von Zuhause entfernt.

Forum Wiedenest war daher meine erste Adresse, weil "die kennt man halt" und ich kannte schon Menschen, die gute Erfahrung, unter Anderem im Bereich Mission, mit Wiedenest gemacht haben. Und tatsächlich hatten Sie auch direkt eine Stelle für mich: Cashibo - Peru.
Das Angebot war tatsächlich nicht so ganz, was ich erwartet habe aber es erfüllt alle meine Anforderungen, die ich mir gestellt habe. Und so habe ich mich entschlossen Peru zuzusagen und es einfach mal zu genießen, dass das Finden von einer geeigneten Stelle so Frust frei verlaufen ist. An dieser Stelle nochmal ein großes Lob und Danke an Forum Wiedenest: Es ist so eine große Erleichterung einen Träger zu haben, der sich um so viel organisatorisches für mich kümmert und gleichzeitig sehr viel Wert auf das persönliche Wohlbefinden legt; Sowohl vor, während als auch nach dem Einsatz.

Ich bin gespannt, was Gott so in diesem Jahr alles vor hat!

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